Was versteht man eigentlich unter Termingeschäften?

Beim Handel mit Futures geht es wie der Name schon sagt um Geschäfte in der Zukunft, sogenannte Termingeschäfte. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass man sich heute bereits auf die Modalitäten eines Geschäfts (Preis, Inhalt) einigt, die Abwicklung jedoch an einem bestimmten Termin in der Zukunft erfolgt.

Diese Art des Handels ermöglicht Käufern wie Verkäufern eine gewisse Planungssicherheit. So kann ein Bauer seine Ware unter Zuhilfenahme eines Future-Kontraktes bereits heute zu einem bestimmten Preis anbieten, obwohl der Deal erst zu einem späteren Zeitpunkt abgewickelt wird. Für den Bauer ergibt sich der Vorteil, dass er auf diese Art und Weise bereits einen Abnehmer für seine Waren gefunden hat und keinen Preisabsturz befürchten muss.

Hard Commodities und Soft Commodities

Heutzutage werden an den Terminmärkten die wichtigsten Rohstoffe und Agrarerzeugnisse gehandelt. Hierzu zählen Edelmetalle wie Gold und Silber, Kupfer und Aluminium sowie Rohöl (Hard Commodities), aber auch Soja, Baumwolle, Weizen, Kakao und Kaffee (Soft Commodities). All diese Güter sind Teil des wirtschaftlichen und industriellen Kreislaufs und unterliegen zyklischen Schwankungen. Im Fall der Agrarerzeugnisse sei in diesem Zusammenhang auf die Erntezyklen und saisonale Schwankungen hingewiesen.

Financial Futures

Neben den erwähnten Warentermingeschäften gibt es auch Financial Futures, die sich nicht auf eine bestimme Ware beziehen, sondern einen anderen Basiswert wie einen Kursindex (DAX) zum Inhalt haben. Jeder Futures-Kontrakt zwingt den Käufer zur Abnahme eines bestimmten Gutes an einem in der Zukunft liegenden Termin zu einem vorher bestimmten Preis und den Verkäufer zur Lieferung des besagten Gutes. 

Drei Strategien beim Handel mit Futures-Kontrakten

Anleger verfolgen unterschiedliche Strategien, wenn sie ein Geschäft mit Futures-Kontrakten eingehen. Für viele Marktteilnehmer sind Futures eine Form der Absicherung, daneben können aber auch das Ausnutzen von Marktineffizienzen und die Spekulation Gründe für ein Futures-Geschäft sein.

Futures stellen eine Form der Absicherung dar

Der Handel mit Futures-Kontrakten bietet eine gewisse Planungssicherheit. So kann sich ein Brothersteller bereits heute die in der Zukunft benötigte Getreidemenge reservieren, ohne einen Preisanstieg fürchten zu müssen. Unternehmen, die einen hohen Energiebedarf haben, können sich mit Futures gegen den Preisanstieg der Energiekosten (Benzin und Heizkosten) absichern. Generell stellen Futures für das produzierende und verarbeitende Gewerbe eine beliebte Form der Absicherung dar. Financial Futures dienen der Absicherung von Börsengeschäften und treten oftmals in Form von Index-Futures oder Anleihen-Futures auf.

Arbitrage-Geschäfte

Es gibt aber auch Marktteilnehmer, die Futures-Geschäfte tätigen, um Ineffizienzen am Markt auszunutzen, auch wenn dies für Privatanleger gänzlich ungeeignet ist. Man spricht hierbei von sogenannten Arbitrage-Geschäften. Es zeigt sich, dass die Kurse an manchen Börsenplätzen, an Spot- und Terminmarkt oder eben auch bei Futures-Kontrakten mit unterschiedlicher Laufzeit – wenn auch nur geringfügig – voneinander abweichen können. Diese Lücke versuchen Marktteilnehmer mittels Arbitrage zu schließen und entsprechend zu profitieren.

Die Spekulation

Spekulanten sind nicht an realwirtschaftlichen Geschäften interessiert und würden daher auch keinen Futures-Kontrakt zum Abschluss bringen. Stattdessen handeln sie mit Futures und versuchen von Kursschwankungen durch gezieltes Kaufen und Verkaufen zu profitieren. Spekulation zeichnet sich durch ein hohes Maß an Unsicherheit aus.

Welche Vorteile bietet das Trading mit Futures-Kontrakten?

Beim Handel mit Futures-Kontrakten gibt es für Anleger einige Vorteile. Neben den geringen Kosten haben Futures den Vorteil, dass es kaum zu Kursabweichungen (Slippage) kommt und dass der Hebelefffekt variabel eingesetzt werden kann. Im Folgenden sollen die Vorteile etwas näher beleuchtet werden.

Geringe Kosten

Zum einen zeichnen sich Terminmärkte durch eine besonders hohe Liquidität aus. Aus diesem Grund sind auch die für die Termingeschäfte veranschlagten Spreads sehr eng gehalten. Spreads bezeichnen die Differenz zwischen Bid- und Ask-Kurs und stellen eine wichtige Komponente der Transaktionsgebühr dar. Die geringen Spreads machen den Futures-Handel zu einem sehr kostengünstigen Handelsinstrument. Hinzu kommen geringe Ordergebühren. So fallen die von den Brokern in Rechnung gestellten Kommissionen beim Handel mit Futures in der Regel niedrig aus. Gleiches gilt für die Börsengebühr, die nicht stärker ins Gewicht fällt.

Kaum Kursabweichungen

Die hohe Liquidität und das große Volumen der gehandelten Positionen haben zur Folge, dass die getätigten Orders an den Terminbörsen ordnungsgemäß und pünktlich ausgeführt werden. Daher kommen Kursabweichungen, die sogenannte Slippage, fast gar nicht zustande. Heutzutage erfolgen die Orders zumeist vollelektronisch und verzichten auf zwischengestaltete Instanzen.

Variabler Hebeleffekt Ein weiterer großer Vorteil beim Trading mit Futures ist es, den Hebeleffekt eigenverantwortlich zu steuern. So besteht die Möglichkeit, zunächst einen kleineren Hebel zu implementieren und zu beobachten, ob die Position profitabel ist. Ist dies der Fall, kann der Hebel zu jeder Zeit angepasst werden. So hat man als Anleger fortwährend die Kontrolle über das Risiko