Was sind CFDs?

CFD ist die Abkürzung für Contracts for Difference, zu Deutsch Differenzkontrakt. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Derivat, dessen Wertentwicklung von der Entwicklung des zugrundeliegenden Basiswertes abhängt. Anleger können so an den Kursbewegungen des Basiswertes partizipieren, ohne diesen vollständig erwerben zu müssen. Als Basiswert kommen dabei Aktien, Indizes, Rohstoffe, Währungen, Anleihen oder börsengehandelte Indexfonds (ETFs) infrage.

Der große Vorteil für Investoren liegt darin, dass nur ein Bruchteil des eigentlichen Kaufpreises gezahlt werden muss, aber trotzdem der gesamte Gewinn eingestrichen werden kann. Über die integrierte Hebelwirkung können deutlich höhere Renditen erzielt werden als bei einer klassischen Anlage in Aktien. Beim Erwerb eines CFDs hinterlegt man im Prinzip nur eine Sicherheitsleistung, die sogenannte Margin. Diese beträgt beispielsweise 10 Prozent des zugrundeliegenden Aktienkurses. Angenommen, die Aktie hat einen Kaufpreis von 100 Euro, kann man so bei einem geringen Kapitaleinsatz von 10 Euro bereits vollständig an der Wertentwicklung partizipieren. Der verbleibende Teil (90 Euro) wird vom jeweiligen CFD-Broker finanziert. 

Vorsicht: Auch die Verluste werden gehebelt

Steigt die Aktie auf 120 Euro, liegt der Reingewinn des CFD-Kontrakts bei 20 Euro, die Rendite demnach bei 200 Prozent. Hätte man direkt in die Aktie investiert, läge die Rendite lediglich bei 20 Prozent. Gleichzeitig werden aber auch die möglichen Verluste gehebelt. Denn fällt der Aktienkurs auf 80 Euro, geht der Wert des CFDs auf -10 Euro zurück. Statt eines 20-prozentigen Kursrückgangs bei einem direkten Aktieninvestment lägen die Verluste somit bei -200 Prozent.

Die Begrenzung des Risikos im CFD-Handel

Im Handel mit CFD-Kontrakten sollten Handelsstrategien angewendet werden, die das Verlustrisiko begrenzen. Denn dieses ist durch die Hebelwirkung deutlich erhöht. Im klassischen Aktienhandel, der vollständig mit Eigenkapital finanziert wird, sind Positionsverluste von 5 bis 10 Prozent prinzipiell vertretbar, im CFD-Handel sind derartige Verlustobergrenzen aber verheerend. Selbst bei einem relativ kleinen Hebel von 5:1, was einer Sicherheitsleistung (Initial Margin) von 20 Prozent entspricht, würde eine abwärts gerichtete Marktbewegung von 4 Prozent bereits zu einem Verlust von einem Viertel des eingesetzten Kapitals führen. Daher ist es empfehlenswert, die Verlustobergrenze nicht zu groß werden zu lassen. Selbst für Trader, die starke Nerven mitbringen, sollte sie nicht höher als 10 Prozent liegen.

Bei einem Hebel von 5:1 wie in unserem Fall würde dies einer Marktbewegung von -2 Prozent entsprechen. Wird ein größerer Hebel verwendet, sinkt natürlich auch das Abwärtspotenzial. So müsste man bei einem Hebel von 10:1 bereits bei einem Verlust von 1 Prozent die Reißleine ziehen und bei einem Hebel von 20:1 bei einem Verlust von 0,5 Prozent. Hierzu eignet sich eine sogenannte Stop-Loss-Order. Geht man von einem Hebel von 5:1 und einem Basiswert von 100 Euro aus, würde man sie in einer Long-Position bei 98 Euro platzieren, bei einem Hebel von 10:1 bei 99 Euro und bei einem Hebel von 20:1 bei 99,50 Euro.

Der Ausschluss der Nachschusspflicht

Fällt der Kurs des Basiswertes wegen unvorhergesehener Ereignisse unter die in der Stop-Loss genannte Verkaufsschwelle, kann der Fall eintreten, dass der Kontrakt nicht rechtzeitig glattgestellt werden kann. Die dabei entstehenden Verluste werden zunächst vom Kontoguthaben des Anlegers eingezogen. Ist dieses aufgebraucht, sorgt der Ausschluss der Nachschusspflicht dafür, dass das Konto von Privatanlegern nicht unter null fällt. In diesem Fall haftet allein der CFD-Broker für die darüber hinausgehenden Verluste.

Die unterschiedlichen Strategien im CFD-Trading

Zunächst stellt sich für Anleger die Frage, in welchem Markt eine Position eröffnet werden soll. Möchte man über den CFD-Kontrakt an der Wertentwicklung von Aktien, Indizes, börsengehandelten ETFs, Anleihen, Währungen oder Rohstoffen partizipieren? In einem zweiten Schritt geht es dann um einen günstigen Eintrittszeitpunkt. Um diesen zu ermitteln, können Trader auf charttechnische Handelsstrategien zurückgreifen, von denen an dieser Stelle einige näher betrachtet werden sollen.

Das Erreichen von Hoch- und Tiefpunkten

Ein beliebter Einstiegszeitpunkt ist das Erreichen von Hoch- und Tiefpunkten. Demnach wird eine Long-Position eröffnet, wenn der Basiswert ein 20-Tages-Hoch erreicht. Erreicht der Basiswert dagegen ein 20-Tages-Tief, wird eine Short-Position eröffnet. Um den Trade noch besser abzusichern, können sogenannte Filter eingesetzt werden. So wird das Eintrittssignal nur dann ausgelöst, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Ein mögliches Bewertungskriterium ist die Volatilität. Auf diese Weise entfaltet das Signal nur dann Wirksamkeit, wenn die Handelsspanne am Tag des Hochs bzw. Tiefs beispielsweise 250 Prozent über dem höchsten Wert der drei vorangegangenen Tage liegt.

Ausbruch über Widerstände oder Unterstützungen

Eine andere Strategie ist es, Positionen erst dann zu eröffnen, wenn bestimmte Widerstandslinien oder Unterstützungen durchbrochen werden. Je öfter der Kurs zuvor auf Höhe des Widerstands (der Unterstützung) nach unten (nach oben) abgedreht ist, desto höher ist die Signifikanz. Wird der Widerstand nach oben durchbrochen, beginnt eine Long-Position, fällt der Basiswerte dagegen unter die Unterstützung, beginnt eine Short-Position. Um das Risiko von Fehlausbrüchen zu minimieren, sollte die Position zusätzlich mit einem Stop Loss versehen werden.

Das Ausnutzen von Trendlinien

Eine weitere Möglichkeit ist das Ausnutzen von Trendlinien. So kann eine Long-Position eröffnet werden, wenn sich der Basiswert im Aufwärtstrend befindet und sich seiner Aufwärtstrendlinie nähert. Andersherum kann man eine Short-Position eingehen, wenn sich der Basiswert in einem Abwärtstrend befindet und sich seiner Abwärtstrendlinie nähert. Als zusätzliches Entscheidungskriterium kann dabei das Handelsvolumen des Basiswertes herangezogen werden, dass bei Bewegungen gegen die vorherrschende Trendrichtung abnehmen sollte.