Robinhood – mehr Gerechtigkeit an den Börsen?

Erst vor wenigen Wochen geriet Robinhood – der amerikanische Neobroker – massiv in die Kritik. Hintergrund war der Hype um GameStop-Aktien. Dem Unternehmen wurde unter anderem Marktmanipulation zur Last gelegt, da es die Euphorie entscheidend mit befeuerte und den Kurs somit in astronomische Höhen trieb. Außerdem drängte man unerfahrene Kleinanleger zu riskanten Handlungen, deren Gefahren nicht ausreichend beleuchtet wurden, so die Vorwürfe. Trauriger Höhepunkt in diesem Zusammenhang war sicherlich der Selbstmord eines 20-Jährigen, der fälschlicherweise von enormen Verlusten bei der Spekulation mit Optionen ausging. Den Anschuldigungen der US-Behörden möchte Robinhood mit Vergleichen entgegentreten.

Neues Spiel, neues Glück?

Um von den weiterhin aktuellen Klagen abzuweichen, muss sich Robinhood etwas ausdenken. Die Gunst der Kunden sollte schnellstmöglich zurückerlangt werden. Ein jüngst angegebenes Ziel könnte dabei helfen. Die Trading-App möchte nämlich die gesamte Finanzwelt demokratisieren und somit vor allem Privatanleger in ihren Rechten stärken. Es soll unter anderem um den Aktienkauf bei den sogenannten IPOs gehen. Diese Börsengänge sind bislang nur den institutionellen Investoren vorbehalten.

Zwar haben in letzter Zeit andere Formen wie SPACs oder Direktplatzierungen an Beliebtheit gewonnen. Dennoch bleibt das Initial Public Offering das Maß aller Dinge. Robinhood möchte seinem Klientel deshalb entgegenkommen. Über eine eigene Plattform soll es in Zukunft möglich werden, dass Privatinvestoren Aktien bei deren Erstnotierung zeichnen können.