Robinhood – das Schlitzohr von Menlo Park

Erst vor kurzem geriet Robinhood – der amerikanische Neobroker – massiv in die Kritik. Hintergrund war der Hype um GameStop-Aktien. Dem Unternehmen wurde unter anderem Marktmanipulation zur Last gelegt, da es die Euphorie entscheidend mit befeuerte und den Kurs somit in astronomische Höhen trieb. Außerdem dränge man unerfahrene Kleinanleger zu riskanten Handlungen, deren Gefahren nicht ausreichend beleuchtet werden. Trauriger Höhepunkt in diesem Zusammenhang war sicherlich der Selbstmord eines 20-Jährigen, der fälschlicherweise von enormen Verlusten bei der Spekulation mit Optionen ausging. Den Vorwürfen der US-Behörden möchte Robinhood mit Vergleichen entgegentreten.

Jetzt allerdings scheint der Broker schon wieder auf Beutefang unterwegs zu sein. Immerhin erwarten Millionen von steuerpflichtigen Bürgern in diesen Wochen ihre Corona-Schecks in Höhe von 1400 Dollar. Das lässt ein gewieftes Unternehmen natürlich nicht einfach geschehen, ohne zuvor eine geschickte PR-Aktion eingefädelt zu haben. So sollen Kunden eine Prämie erhalten, sofern sie ihr Geld zur Investition in Aktien auf die App einzahlen. Bei mindestens 15000 Dollar Einsatz wäre dies immerhin ein Bonus von 250 Dollar.

Einen Zusammenhang sieht Robinhood selbstverständlich nicht. Das Vorhaben könnte allerdings weite Kreise ziehen. Schon jetzt brummen die Börsen in Amerika. Die Kurse stehen höher als je zuvor. Sollten nun weitere Scharen von Privatinvestoren folgen, die ihr Geld mehr oder minder rücksichtslos in Anlagen stecken, könnte sich eine enorme Blase bilden. Ewig würde diese nicht halten.