Eine kleine Einführung ins Daytrading

Wird ein Wertpapier innerhalb eines einzigen Handelstages gekauft und verkauft, spricht man von Daytrading. Solche Transaktionen können prinzipiell auf sämtlichen Märkten stattfinden, besonders stark verbreitet ist Daytrading aber im CFD- und Forex-Handel. Für gewöhnlich sind Daytrader sehr gut ausgebildet und verfügen über ein großes Eigenkapital. Ihr Ziel ist es, aus kleinsten Kursbewegungen von hochliquiden Aktien und Währungen größtmögliches Kapital zu schlagen, indem sie hohe Hebel einsetzen und kurzfristige Handelsstrategien implementieren.

Ereignisse verursachen schnelle Marktbewegungen

Der Fokus von Daytradern liegt dabei auf Ereignissen, die rasche Marktbewegungen verursachen. Eine beliebte Strategie ist das sogenannte News Trading, bei dem die Handelsentscheidung an der aktuellen Nachrichtenlage ausgerichtet wird. Die Bekanntgabe aktueller Wirtschaftsdaten kann die Stimmung an den Märkten unmittelbar verändern. Gleiches gilt für Zinsentscheide der Notenbanken oder Zwischenberichte von Unternehmen.

Werden Erwartungen übertroffen oder verfehlt?

Je nachdem, ob Erwartungen übertroffen oder verfehlt werden, reagieren Märkte mit plötzlichen Ausschlägen. Diese Ausschläge sind es, die Daytrader sich zunutze machen wollen. Dabei können sowohl Long- als auch Short-Positionen eröffnet werden – je nachdem, ob man auf steigende oder fallende Kurse wettet.

So finden Sie einen geeigneten Daytrading Broker

Zunächst ist es wichtig einen seriösen Broker zu finden, da Daytrading ein höchst anspruchsvolles Thema ist, das Fachwissen und disziplinierte Arbeit verlangt. Die Seriosität hängt dabei nicht zuletzt von den Regulierungen ab, denen ein Broker unterliegt. Dabei ist die geographische Heimat des Brokers von Bedeutung. So unterliegen in der EU zugelassene Broker besonders strengen Regulierungen. Ein seriöser Broker erlaubt Tradern die Auswahl des für sie geeigneten Hebels. Mit dem Hebel werden Gewinne, im Zweifel aber auch Verluste verstärkt.

Das Angebot des Brokers

Für Daytrader von besonderem Interesse ist die Frage, welche Märkte  überhaupt gehandelt werden können. Dabei geht es um das Angebot des Brokers. In Frage kommen Währungen, Indizes, Rohstoffe, Anleihen, ETFs, Kryptowährungen und natürlich Aktien. Da Daytrading wegen der schnellen Entscheidungsfindung nichts für Anfänger ist, ist es ebenfalls wichtig, dass der Broker Demokonten anbietet, um das Daytrading unter echten Bedingungen mit virtuellen Geld lernen zu können. Wegen der besonderen Anforderungen an das Daytrading ist darüber hinaus eine verlässliche und erprobte Handelsplattform unabdingbar. Denn stürzt die Software plötzlich ab, drohen hohe finanzielle Einbußen.

Welche Kosten gibt es?

Die Dienste eines Daytrade Brokers gibt es nicht umsonst, es entstehen Kosten in Form von Spreads oder Kommissionen. Spreads beschreiben die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und dem niedrigeren Rückkaufspreis, die Kommission berechnet sich als prozentualer Anteil eines Trades. Welche Kostenform für einen Trader von Vorteil ist, richtet sich v.a. nach dessen Tradingverhalten. Darüber hinaus können bei einem Broker weitere Gebühren anfallen (z. B. für die Inaktivität eines Kontos), über die sich Anleger im Klaren sein sollten.

Erfolgreiche Daytrader machen sich verschiedene Handelsstrategien zunutze. Eine beliebte Methode ist das sogenannte „Scalping“, bei dem kleine Gewinne über einen sehr kurzen Zeitraum in vielen Transaktionen herausgeschnitten werden. Oftmals werden diese Strategien von Brokern aber nicht zur Ausführung angeboten. Hier gilt es die Augen offen zu halten und entsprechend auszusieben.

Die Qualität der Orderausführung

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Qualität der Orderausführung. Gerade im Daytrading kommt es darauf an, dass eine Order schnell und zuverlässig ausgeführt wird. Wird die Order nicht ordnungsgemäß ausgeführt, kann es zur sogenannten „Slippage“ kommen, was die Gewinne gefährden kann. Slippage meint dabei die Differenz zwischen dem vom Kunden gesetzten und dem tatsächlich ausgeführten Kurs.

Die unterschiedlichen Strategien im Daytrading

Im Daytrading ist die technische Analyse das wichtigste Hilfsmittel. Sie ermöglicht unterschiedliche Strategien, um von Kursbewegungen zu profitieren. Zunächst einmal ist es wichtig, dass der gehandelte Markt über eine ausreichende Volatiliät und eine hohe Liquidität verfügt. Die Volatilität sagt aus, wie die Kursbewegungen eines Marktes sind, die man handeln möchte. Ist ein Markt nicht liquide genug, kann es vorkommen, dass ein Trade nicht zum gewünschten Kurs ausgeführt wird. Da sich die Marktbedingungen im Daytrading von Tag zu Tag ändern, muss ein erfolgreicher Daytrader seine Strategie an die veränderten Gegebenheiten anpassen oder sogar neue Strategien formulieren.

Die Trendfolgestrategie

Für Trader mit einer geringen Erfahrung im Daytrading ist die Trendfolge die beliebteste Handelsstrategie. Hierbei sucht man sich starke Bewegungen mit großem Handelsvolumen und folgt diesen, frei nach dem Motto „The Trend ist your friend“. Obwohl sich diese Methode für Anfänger eignet, bedarf es einer hohen Disziplin und Kontrolle, damit man den optimalen Moment zur Positionseröffnung bzw. Positionsschließung erwischt. In einem Aufwärtstrend sollte man einsteigen, wenn sich der Kurs seiner Trendlinie annähert, in einem Abwärtstrend wäre dies eine gute Gelegenheit zu verkaufen.

Reverse Trading oder Pullback

Da man beim Reverse Trading – wie der Name schon sagt – gegen den Trend handelt, eignet sich diese Strategie nicht für Anfänger. Man muss in der Lage sein, mögliche Trendumkehrformation im Voraus zu erkennen und diese entsprechend zu handeln. Hierbei gilt es sowohl die Richtungsänderung vorherzusagen als auch deren Stärke. Dazu bedarf einer guten Kenntnis des zugrundeliegenden Marktes und einer großen Erfahrung als Daytrader.

Scalping

Daytrader, die eine Scalping-Strategie anwenden, verfolgen einen quantitativen Ansatz und setzen auf viele Trades. Es geht darum, durch Preisschwankungen entstandene Gewinne aus dem Markt herauszuschneiden (englisch: to scalp). Dabei wird in sehr kleinen Zeiteinheiten wie Minuten oder Sekunden gehandelt. Folgerichtig ist es ein sehr schneller Handelsstil, der auch ein entsprechend hohes Risiko birgt. Es geht v.a. um eine hohe Trefferquote, um mit den vielen kleinen Gewinnen die wenigen Verlusttrades auszugleichen. Eine besondere Herausforderung ist das Schließen der verlustreichen Trades. Hier darf man nicht zu lange warten und hoffen, dass sich die Position wieder in die andere Richtung entwickelt.