Smartbroker

1. Allgemeine Informationen

Smartbroker ist der Online-Broker der wallstreet:online capital AG. Die Muttergesellschaft verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Bereich der Kapitalanlagen und betreibt zahlreiche Finanzportale. Mit den Plattformen wallstreet:online, ariva.de, FinanzNachrichten.de und börsenNEWS.de gehört der Finanzdienstleister zu den führenden Anbietern von Finanzinformationen in Deutschland.

Seit 2019 ist Smartbroker im deutschen Brokerage-Geschäft tätig. Die Leitidee des jungen Unternehmens: Trading soll so günstig und übersichtlich wie nie zuvor sein.

2. Schnellcheck: Vor- und Nachteile von Smartbroker in der Übersicht

Vorteile

  • Produktangebot: Große Auswahl an Assets und Handelsplätzen
  • Kostenfreie Depotführung
  • Keine Mindesteinlage
  • Festpreismodell
  • Kostenlose Orders ab Handelsvolumen von 500 Euro möglich
  • Transparente Preisübersicht
  • Handel aller Instrumente aus einem Depot
  • Day-Trading möglich
  • außerbörslicher Handel möglich
  • Fondshandel ohne Ausgabeaufschlag möglich
  • Sparplan-Angebot
  • Schutz durch TAN-Verfahren
  • Automatische Abführung der deutschen Abgeltungssteuer

Nachteile

  • Börsenplatzentgelte als zusätzlicher Kostenfaktor
  • Negativzinsen von -0,5 Prozent p.a. ab einer Cashquote von 15 Prozent im Verhältnis zum Depotbestand
  • Kein EUREX-Terminhandel (Keine Alternative für Future- und Optionstrader)
  • Kein CFD- und Forexhandel
  • Kein Weiterbildungsangebot
  • Keine mobile App oder Software, der Handel erfolgt nur über eine Webanwendung

3. Produkte

Smartbroker ist in erster Linie ein Wertpapier-Broker. Seine Produktpalette umfasst Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Optionsscheine und Fonds. Aber auch Edelmetalle, Sparpläne und Wertpapierkredite finden sich im Angebot des jungen Brokers.

Smartbroker ermöglicht den Handel mit physischen Goldbarren und gewährt seine Kunden Effektenkredite ab einem Rahmen von 15.000 Euro. Bei einem Kredit in Euro fallen 2,25 Prozent Zinsen pro Jahr an – zuzüglich des positiven Basiszinses.

Darüber hinaus können Kunden des Online-Brokers Zertifikate, ETFs, Aktien und Fonds besparen.

Der Handel erfolgt über insgesamt 36 heimische und internationalen Börsenplätze sowie über 16 außerbörsliche Partner.

Auf das Termingeschäft mit Optionen und Futures sowie klassische Banking-Angebote wie Festgeld- und Tageskonten verzichtet der Online-Broker allerdings. Auch für Forex- und Krypto-Handel ist Smartbroker die falsche Adresse.

4. Kosten

Beim Handel über Smartbroker können unterschiedliche Kostenarten entstehen, wie:

  • Ordergebühren
  • Provisionen
  • Gebühren für Zusatzleistungen
  • Handelsplatzentgelte

Depotführungskosten fallen bei dem Online-Broker nicht an. Ebenso wenig fordert Smartbroker eine Mindesteinlage. Beim Börsenhandel müssen Kunden jedoch zusätzliche Handelsplatzentgelte beachten.

Handel mit Aktien, ETFs, Fonds und Anleihen

Aktien ETFs, Fonds und Anleihen handeln Smartbroker-Kunden für einen Festpreis von vier Euro pro Order. Ab einem Ordervolumen von 500 Euro ist der Handel über Gettex sogar kostenlos und über Lang & Schwarz für eine Provision von einem Euro pro Order möglich.

Die Provision für ausländische Handelsplätze fällt mit neun Euro pro Order höher aus.

Außerdem müssen Kunden des Online-Brokers die zusätzlichen Handelsplatzentgelte berücksichtigen. Beim Handel über Xetra beträgt die Gebühr beispielsweise mindestens 2,52 Euro pro Order. Für Geschäfte in den USA bezahlen Kunden ein Mindestgebühr von 25 Dollar. Das Entgelt liegt dort generell bei 0,06 Prozent des Ordervolumens.

Für eine Fondsorder über die jeweilige Kapitalanlagegesellschaft im außerbörslichen Handel zahlen Kunden vier Euro.

Aktien, ETFs und Zertifikate können Smartbroker-Kunden für 0,2 Prozent besparen, mindestens jedoch für 0,80 Euro. Fonds sind sogar kostenlos besparbar wegen des 100-prozentigen Rabatts auf den Ausgabeaufschlag. Die maximale Sparplanrate liegt bei 3.000 Euro.

Handel mit Optionsscheinen und Zertifikaten

Optionsscheine und Zertifikate handeln Smartbroker-Kunden für vier Euro pro Transaktion. Im außerbörslichen Handel ist das Geschäft mit den Finanztiteln ab einem Handelsvolumen von 500 Euro sogar kostenlos.

Handel mit Edelmetallen

Beim Handel mit Goldbarren fällt ein Transaktionsentgelt von 0,5 Prozent des Transaktionsvolumens an. Käufer oder Verkäufer zahlen allerdings mindestens 20 Euro. Für 0,339 Prozent des Bestandswerts verwahrt Smartbroker die Edelmetalle.

Gebühren für Zusatzleistungen

Komplett kostenfrei sind bei Smartbroker Zins- und Dividendenzahlungen, Orderänderungen und stornierungen, Limitänderungen sowie Ein und Auszahlungen per Banküberweisung.

Auch für taggleiche Teilausführungen und das Zeichnen von Neuemissionen sind keine zusätzlichen Gebühren fällig. Allerdings müssen Kunden die börsenplatzabhängigen Entgelte beachten, die unabhängig vom Festpreis entstehen.

Ab einer Cashquote von 15 Prozent im Verhältnis zum Depotbestand verzinst Smartbroker das überschüssige Guthaben auf Verrechnungskonten negativ mit 0,5 Prozent.

Der Währungsumtausch ist ebenfalls kostenpflichtig. Beim Kauf oder Verkauf in US-Dollar beträgt der Kursabschlag beziehungsweise -aufschlag für die Devisenkonvertierung beispielsweise 0,003 Dollar pro Euro.

5. Leistungen und Funktionen

Smartbroker bietet seinen Kunden die Standard-Orderarten Market, Limit, Stop, Stop Limit und Stop Loss an. Aber auch intelligente Orders wie Training Stops sind möglich. Die Orderaufgabe kann über gettex, Lang & Schwarz und LS Exchange auch per Quote-Request erfolgen.

Smartbroker-Kunden können allerdings nur über die Web-Anwendung handeln. Hauseigene Software oder Apps gibt es nicht. Mobiles Trading ist aufgrund der schnellen Website dennoch möglich. Durch die Kooperation mit der DAB BNP Paribas können Anleger außerdem alternativ die App „DAB B2B Endkunden“ nutzen, um ihre Vermögenswerte und Orderlisten einzusehen. Orderaufgaben funktionieren darüber jedoch nicht.

Realtime-Kurse rufen Trader bei Smartbroker kostenlos ab. Eine zusätzliche Besonderheit: Über die Telefon-Hotline des Online-Brokers erreichen Kunden einen persönlichen Betreuer. Der Kunden-Service ist tagtäglich per Telefon oder Kontaktformular erreichbar – montags bis freitags von 9.00 bis 17.00 Uhr und am Wochenende ab 10.00 Uhr.

Über die Homepage von Smartbroker selbst sind kaum Recherchemöglichkeiten zugänglich und auch ein Weiterbildungsangebot gibt es nicht.

Demo-Konten bietet der Online-Broker seinen Interessenten nicht. Die Depot-Eröffnung erfolgt per Video-Ident oder Post-Ident.

Die deutsche Abgeltungssteuer führt Smartbroker automatisch ab.

Auch Schweizer und Österreicher können ein Depot bei Smartbroker eröffnen, wenn ein FATCA-Steuerformular und eine Meldebescheinigung im Postfach des Online-Broker eingehen. Interessenten mit einer anderen Staatsbürgerschaft können ebenfalls Kunde werden, wenn sie mit der regelmäßigen Überprüfung ihrer Steuerpflicht im Ausland einverstanden sind. US-Bürger dürfen allerdings kein Depot bei Smartbroker führen.

6. Sicherheit

Smartbroker ist über die Entschädigungseinrichtung deutscher Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) gesichert. Die Einrichtung zahlt im Insolvenzfall pro Anleger 90 Prozent seiner Forderungen aus den Wertpapiergeschäften aus, maximal jedoch 20.000 Euro. Anspruch besteht nur bei Forderungen in einer Währung der EU-Mitgliedsstaaten.

Die Konten- und Depotführung erfolgt durch die DAB BNP Paribas. Deshalb sind Kundeneinlagen über die gesetzliche Einlagensicherung Frankreichs geschützt. Der Fonds de Garantie des Dépôts et de Résolution (FGDR) erstattet Kundengelder im Insolvenzfall in Höhe von bis zu 100.000 Euro pro Anleger. Außerdem ist die DAB als deutsche Niederlassung freiwilliges Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), der eine Sicherungsgrenze von bis zu 15 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank pro Kunde vorsieht. Im Fall der DAB sind das nach eigenen Angaben etwa 90 Millionen Euro je Kunde.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht den Online-Broker.

Transaktionen autorisieren Trader bei Smartbroker mit dem QR-TAN-Verfahren. Dafür brauchen Nutzer die kostenfreie App „DAB SecurePLUS“ für iOS oder Android. Alternativ können Anleger für 19,95 Euro den „DAB SecurePlus Generator“ kaufen.

7. Fazit

Smartbroker ist erst 2019 in das Brokerage-Geschäft eingestiegen und bietet Tradern bereits zahlreiche Asset-Klassen und Handelsplätze. Die Produktvielfalt des Berliner Jungunternehmens kann in jedem Fall mit anderen Brokern aufnehmen.

Auch das Fonds- und Sparplanangebot ist groß und sogar den physischen Goldhandel ermöglicht Smartbroker.

Mit vier Euro pro Order ist das Festpreismodell des Online-Brokers vergleichsweise günstig. Erfahrene Trader und Einsteiger profitieren von soliden Leistungen zu guten Konditionen – teilweise sogar zum Nulltarif. Ab einem Ordervolumen von 500 Euro handeln Smartbroker-Kunden ETFs, Aktien, Anleihen und Fonds über Gettex kostenlos. Trades mit Zertifikaten und Optionsscheinen sind ab 500 Euro im außerbörslichen Handel gebührenfrei.

Besonders Vieltrader können von den volumenunabhängigen Preisen profitieren. Aber Achtung: Smartbroker-Kunden müssen die börsenplatzabhängigen Entgelte beachten, die oftmals an das Volumen gekoppelt sind.

Aufgrund der vielen internationalen Handelsplätze und der Fremdwährungskonten eignet sich Smartbroker für Worldtrader, auch wenn die Gebühren mit neun Euro pro Auslands-Order etwas höher ausfallen als an deutschen Börsen.

Eine Besonderheit von Smartbroker: Über die Telefon-Hotline erreichen Anleger einen persönlichen Ansprechpartner.

Einige Minuspunkte fallen jedoch ebenfalls auf. So müssen Smartbroker-Kunden auf Weiterbildungsangebote, hauseigene Apps und Software, Demokonten sowie umfangreichere Trading-Tools verzichten.

Darüber hinaus verzinst der Online-Broker die Guthaben auf Verrechnungskonten negativ mit 0,5 Prozent im Jahr, wenn der Cash-Bestand im Verhältnis zum Depot-Bestand eine Cashquote von 15 Prozent übersteigt.

Grundsätzlich bietet Smartbroker mit seinem Flat-Fee-Modell aber für die verschiedensten Anleger-Typen ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis, das eine schlanke Struktur und starke Handelspartner möglich macht. Das macht den Online-Broker zu einer interessanten Option auf dem Brokerage-Markt.