S Broker

1. Allgemeine Informationen

S Broker ist seit 2001 in Deutschland aktiv. Das Online-Broker gehört zur Sparkassen-Finanzgruppe und sitzt in Wiesbaden.

S Broker ist ein Wertpapier- und CFD-Broker mit zahlreichen Assets im Angebot wie Aktien, Anleihen, Zertifikate, Optionsscheine, CFDs, Fonds und Sparpläne.

Kunden des Online-Brokers können aus verschiedenen Depot-Varianten wählen. Egal ob minderjährig, jung, erfahren, als Gemeinschaft oder Vieltrader: S Broker versucht für jeden Trader-Typ ein passendes Paket anzubieten.

2. Schnellcheck: Vor- und Nachteile von S Broker in der Übersicht

Vorteile

  • Produktangebot: Große Auswahl an Assets und Handelsplätzen
  • Keine Mindesteinlage
  • Umfangreiche Trading-Plattformen und Tools
  • Serviceangebote: regelmäßige Webinare
  • Außerbörslicher Handel möglich
  • Angebot von Wertpapier-Sparplänen
  • Fonds-Handel möglich
  • Rabatt-Modell beginnend ab 100 Trades pro Jahr
  • Keine Nachschusspflicht im CFD Handel
  • Schutz durch TAN-Verfahren

Nachteile

  • Kostenfreie Depotführung ist an Bedingungen geknüpft
  • Kein Handel mit Optionen und Futures
  • Market-Maker-Modell im CFD-Handel
  • Kein automatisierter Handel möglich

3. Produkte

S Broker bietet zahlreiche Finanzprodukte an, darunter Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Optionsscheine und CFDs.

Der Handel erfolgt über alle deutschen und 29 internationale Börsenplätze sowie über 18 außerbörsliche Partner.

Die etwa 1.200 Basiswerte für CFDs reichen von Aktien und Indizes über Währungen bis hin zu Rohstoffen. Für den CFD-Handel brauchen Kunden ein zusätzliches Verrechnungskonto. Die Inhaber können aber noch am selben Tag Beträge zwischen den jeweiligen Konten bewegen.

Nahezu alle nationalen und internationalen Fonds mit deutscher Zulassung können S Broker-Kunden handeln, rund 6.000 davon mit einem reduzieren Ausgabeaufschlag.

Darüber hinaus verfügt S Broker über ein breites Angebot aus über 1.800 Sparplänen auf Fonds, Aktien, ETFs, ETCs und Zertifikate.

Sogar Wertpapierkredite und klassische Banking-Produkte wie Tageskonten und sind im Angebot des Brokers.

Auf den Handel mit Optionen und Future sowie mit Kryptowährungen verzichtet S Broker allerdings.

4. Kosten

Beim Handel mit S Broker können verschiedene Kostenarten entstehen, wie:

  • Depotgebühren
  • Ordergebühren
  • Spreads
  • Kommissionen
  • Abwicklungsentgelte
  • Börsenplatzentgelte
  • Finanzierungskosten
  • Gebühren für Zusatzleistungen

Depotführungskosten fallen bei S Broker nur an, wenn der Kunde nicht mindestens eine Transaktion im Quartal tätigt oder sein Vermögensbestand unter 10.000 Euro und der Depotbestand unter null Euro liegt.

Eine Mindesteinlage verlangt der Online-Broker nicht, ebenso wenig Negativzinsen auf das Kundenguthaben. Allerdings fällt für jede Transaktion ein zusätzliches Abwicklungsentgelt von 0,49 Euro an.

Ab 100 Trades pro Jahr können S Broker-Kunden von einem Rabatt-Modell profitieren. Bis zu 80 Prozent ihrer Kosten sparen Anleger, die über 5.000 Transaktionen tätigen. Den Grundpreis von 4,99 Euro müssen jedoch alle Kunden mindestens zahlen und Fondsorders über eine Gesellschaft sowie Sparplanorders berücksichtigt das Modell nicht.

Handel mit Aktien, Anleihen, ETFs, Fonds und Sparplänen

Die Orderprovisionen für alle Wertpapiere bei S Broker, abgesehen von CFDs, betragen je 4,99 Euro zuzüglich einer volumenabhängigen Gebühr von 0,25 Prozent des Orderwerts. Kunden zahlen jedoch mindestens 8,99 Euro und höchstens 54,99 Euro pro Transaktion.

Außerdem fallen Handelsplatzentgelte an: 0,99 Euro im Inland, 0,49 Euro im Direkthandel und 14,99 Euro im Ausland. Das Abwicklungsentgelt von 0,49 Euro pro Transaktion und gegebenenfalls eine Telefonpauschale von 9,99 Euro sind ebenfalls zu berücksichtigen.

Tätigen Kunden ihre Käufe oder Verkaufe von Fonds über eine Gesellschaft statt über die Börse, zahlen sie anstelle der genannten Gebühren einen Ausgabeaufschlag. Bei etwa 6.000 Fonds im Angebot von S Broker ist das Agio um bis zu 100 Prozent reduziert.

Außerdem können Anleger aufgrund einer aktuellen Aktion ihre Aktien, Fonds ETFs, ETCs oder Zertifikate bis zu einer Rate von 500 Euro umsonst besparen. Ansonsten fällt eine Provision von 2,5 Prozent an.

Handel mit Optionsscheinen und Zertifikaten

Die Konditionen des Handels mit Optionsscheinen und Zertifikaten entsprechen denen des sonstigen Handels. Die Orderprovision ergibt sich aus einem Festbetrag von 4,99 Euro und der volumenabhängigen Gebühr von 0,25 Prozent des Orderwerts. Die Kosten sind jedoch auf einen Betrag zwischen 8,99 Euro und 54,99 Euro begrenzt. Handelsplatzentgelte müssen Kunden zusätzlich mit einkalkulieren.

Forexhandel

Der Forexhandel ist bei S Broker über CFDs möglich. Für Währungspaare wie EUR/USD beginnen die Spreads bei 1,5 Basispunkten (Pips).

CFD-Handel

Bei S Broker handeln Trader CFDs für eine volumenabhängige Provision. Für das Geschäft mit Aktien-CFDs beträgt die Gebühr 0,1 Prozent des Orderwerts. CFDs auf DAX-Futures sind für 0,01 Prozent handelbar und CFDs auf die übrigen Index-Futures für 0,02 Prozent des Handelswerts. S Broker-Kunden zahlen allerdings mindestens 8,99 Euro pro CFD-Order. Gedeckelt sind die Kosten für alle CFDs bei 54,99 Euro pro Trade. CFDs auf alle anderen Basiswerte sind kommissionsfrei.

Darüber hinaus müssen Anleger die Spreads berücksichtigen.

Die Société Générale tritt im CFD-Handel als Market Maker von S Broker auf und ist für die Kursstellung verantwortlich. Das bedeutet: Das französische Kreditinstitut steht anderen Marktteilnehmern kontinuierlich als Handelspartner zur Verfügung und ermöglichen ihnen damit, sofort ihre Kauf- oder Verkaufsentscheidungen zu einem marktgerechten Börsenkurs zu verwirklichen.

Bei DAX-Kontrakten beläuft sich der Broker-Spread auf 2 Punkte. Der Dow Jones ist ab 4 Punkten handelbar. Beim Geschäft mit dem Währungspaar EUR/USD sind 1,5 Pips fällig. Es handelt sich dabei um Minimum-Spreads, die variieren können.

Beim CFD-Handel mit dem Online-Broker besteht keine Nachschusspflicht. Das heißt, Verluste der Anleger können ihr eingezahltes Kapital nicht übersteigen.

Finanzierungskosten

Nicht außer Acht lassen sollten Anleger die Kosten, die S Broker für über Nacht gehaltene Positionen verlangt. Die Finanzierungskosten berechnen sich mit einem Zinssatz von 3,5 Prozent. Bei Aktien-CFDs addiert der Broker den Währungszins in Long-Positionen zusätzlich und zieht diesen in Short-Positionen ab. Die Overnight-Kosten für CFDs auf Währungen kalkuliert S Broker ebenfalls mit 3,5 Prozent jedoch abzüglich des Währungszinses 1 und zuzüglich des Währungszinses 2 bei Long-Positionen beziehungsweise mit umgekehrten Vorzeichen bei Short-Positionen.

Gebühren für Zusatzleistungen

Komplett kostenlos sind bei S Broker Zins- und Dividendenzahlungen, Orderänderungen oder stornierungen, Limit-Änderungen, taggleiche Teilausführungen sowie Ein und Auszahlungen per Banküberweisung.

Außerdem verlangt der Online-Broker keine Negativzinsen auf das Konto-Guthaben.

5. Leistungen und Funktionen

S Broker ermöglicht seinen Kunden den Handel mittels verschiedener Ordertypen wie Market, Limit, Stop-Buy, Stop-Loss und Stop-Limit. Ebenfalls im Angebot sind Trailing Stops und One-Cancels-Other-Orders.

Über die Handelssoftware „MarktInvestor Pro“ können Kunden des Online-Brokers für 39,95 Euro monatlich auf Realtime-Pushkurse, Chart-Analysen, Watch-Listen und Profi-Orderfunktionen wie Direktorders zugreifen.

Darüber hinaus bietet S Broker den Handel über Web-Anwendungen und Apps jeweils für Wertpapier- und CFD-Geschäfte.

Automatisierter Handel ist mit S Broker jedoch nicht möglich.

S Broker liefert mit seiner „Akademie“ einen gut aufgestellten Bereich in puncto Weiterbildung. Kunden haben Zugriff auf Video-Tutorials und E-Books. Auch Webinare finden regelmäßig statt. Nach einer Anmeldung können Interessenten außerdem mehrere Übungs-Depots verwalten.

Der Kunden-Support von S Broker ist täglich per Kontaktformular, Telefon und Post erreichbar: montags bis freitags von 8.00 Uhr bis 23.00 Uhr und am Wochenende von 10.00 bis 19.00 Uhr.

6. Sicherheit

S Broker ist an das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen, durch das alle angeschlossenen Institute ihren Fortbestand absichern. Käme es allerdings doch zum Insolvenzfall, bekommt jeder Kunde von S Broker bis zu 100.000 Euro im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung erstattet.

Im CFD-Handel sind außerdem die Nachschusspflichten ausgeschlossen. Grundsätzlich schließt S Broker Positionen, für die die erforderliche Sicherheitsleistung im Kunden-Depot nicht mehr gegeben ist. Kann der Broker das Konto allerdings nicht rechtzeitig glattstellen beispielsweise wegen Kurslücken über Nacht, ist der Finanzdienstleister verpflichtet, die Verluste des Kunden auszugleichen.

Transaktionen sind bei dem Online-Broker über TAN-Verfahren geschützt und auf seiner Website informiert das Unternehmen zum Thema Sicherheit. Auszahlungen können nur an ein vorab festgelegtes Referenzkonto erfolgen.

BaFin und die Europäische Zentralbank beaufsichtigen S Broker.

7. Fazit

S Broker hat ein breites Angebot an Asset-Klassen und Handelsplätzen, bewegt sich preislich im Vergleich mit anderen Online-Brokern jedoch eher im Mittelfeld. Das Angebot reicht von klassischen Produkten wie Aktien, Anleihen und ETFs bis hin zu risikoreicheren Anlageklassen wie CFDs.

Für Buy-&-Hold-Anleger hat S Broker ein besonders umfangreiches Angebot an Fonds und Sparplänen. Bis zu einer Sparplanrate von 500 Euro sind Letztere sogar kostenfrei und auch auf bis zu 6.000 Fonds gibt es bis zu 100 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag.

Die große Auswahl aus 29 ausländischen Börsenplätzen und 18 Direktpartnern dürfte S Broker auch für World-Trader attraktiv machen.

Die Depot-Gebühren bei Inaktivität könnten jedoch besonders unerfahrene Anleger überraschen, die sich erst in der Welt der Brokerage zurechtfinden müssen.

Vieltrader profitieren allerdings von attraktiven Rabatten: Ab 5.000 Transaktionen gibt es bis zu 80 Prozent Nachlass.

Ein weiteres Plus: S-Broker-Kunden können zahlreiche Info- und Trading-Tools nutzen. Die Handelsplattform ist aber noch ausbaufähig, beispielsweise im Hinblick auf den automatisierten Handel.

Sind Anleger bereits Sparkassen-Kunde, ist die Verrechnung mit dem eigenen Girokonto ein Vorteil.

Egal ob Trading-Novize oder alter Hase, alle Kunden können gleichermaßen von den langen Service-Zeiten und dem großen Weiterbildungsangebot profitieren. Außerdem können Anleger zwischen unterschiedliche Depot-Modellen wählen, die auf die Bedürfnisse von Einsteigern, Vieltradern oder Gemeinschaften angepasst sind.

Grundsätzlich ist S Broker eine seriöse und zuverlässige Adresse für Wertpapier- und CFD-Geschäfte. Unter Umständen gibt es jedoch bessere Optionen für Anleger, die auf die günstigsten Konditionen hoffen und automatischen Handel bevorzugen.