onvista bank

1. Allgemeine Informationen

2008 übernahm die onvista bank das Brokerage-Geschäft der Firma Fimatex und führt dieses seitdem als eigenständiges Institut. Heute ist die onvista bank eine Marke des Commerzbank-Konzerns mit Sitz in Frankfurt am Main.

Die onvista bank ist ein Wertpapier- und CFD-Broker mit zahlreichen Assetklassen im Angebot, darunter Aktien, Optionen, Futures, Zertifikate, Optionsscheine, CFDs, Fonds und Sparpläne.

2. Schnellcheck: Vor- und Nachteile der onvista bank in der Übersicht

Vorteile

  • Festpreisdepot mit 5 Euro Orderprovision plus Fremdspesen
  • Produktangebot: Große Auswahl an Assets und Handelsplätzen
  • Kostenfreie Depotführung
  • Keine Mindesteinlage
  • Professionelle Handelssoftware
  • Day-Trading möglich
  • Gute Alternative für Future- und Optionstrader
  • Außerbörslicher Direkthandel möglich
  • Sparpläne im Angebot
  • Keine Ausgabeaufschläge im Fonds-Handel
  • Hohe Transparenz durch Kombination mit Finanzportal onvista.de
  • Automatische Berücksichtigung der Abgeltungssteuer
  • Erteilen des Freistellungsauftrags über den Sparer-Pauschbetrag online möglich

Nachteile

  • Kein Schutz durch TAN-Verfahren
  • Negativzins von -0,5 Prozent auf Guthaben des Verrechnungskontos
  • Taggleiche Teilausführungen gelten als eigene Transaktion mit entsprechenden Gebühren
  • Keine klassischen Banking-Angebote wie Tages- oder Girokonten.
  • Market-Making-Modell im CFD-Handel

3. Produkte

Die onvista bank bietet zahlreiche Finanzprodukte an wie Aktien, ETFs, Futures, Optionen, Zertifikate, Optionsscheine und CFDs.

Die etwa 1.400 Basiswerte für CFDs reichen von Indizes über Währungen bis hin zu Rohstoffen und Edelmetallen.

Auch über 18.000 Fonds, etwa 100 Sparpläne und Wertpapierkredite finden sich im Angebot der onvista bank.

Dabei können Kunden Zertifikate, ETFs, ETCs und Fonds besparen sowie einen Intraday-Kredit nutzen, um ihr untertägiges Handelskapital zu erhöhen.

Der Handel erfolgt sowohl über 15 außerbörsliche Partner als auch über 12 Börsenplätze, darunter drei US-amerikanische.

Auf klassische Banking-Angebote wie Festgeld- und Tageskonten verzichtet der Online-Broker allerdings. Auch Forex- und Krypto-Handel ist bei der onvista bank nicht verfügbar.

4. Kosten

Die onvista bank bietet ihren Kunden für den Wertpapier-Handel ein Festpreis-Depot. Abweichende Konditionen gelten für den CFD-Handel.

Beim Handel über die onvista bank können Kostenarten entstehen, wie:

  • Fixe Orderprovisionen
  • Volumenabhängige Ordergebühren
  • Pauschale Handelsplatzgebühren
  • Finanzierungskosten
  • Spreads
  • Gebühren für Zusatzleistungen

Depotführungskosten fallen bei der onvista bank nicht an. Auch eine Mindesteinlage bei Eröffnung verlangt der Online-Broker nicht. Allerdings verzinst der Anbieter Einlagen über 250.000 Euro negativ mit 0,5 Prozent.

Handel mit Aktien, ETFs, Optionen, Futures, Anleihen und Fonds

Die onvista bank ermöglicht ihre Leistungen über ein Festpreis-Modell. Beim Wertpapierhandel in Deutschland zahlen Kunden fünf Euro pro Order zuzüglich einer pauschalen Handelsplatzgebühr von zwei Euro für Aktien, ETFs, Optionen, Futures, Anleihen und Fonds.

Ausgabeaufschläge im Fondshandel über die Kapitalanlagegesellschaften hat die onvista bank als erster deutscher Online-Broker generell abgeschafft, sodass Fonds seit 2012 komplett kostenfrei handelbar sind.

Fonds-, ETF- und Zertifikat-Sparpläne können Anleger ab einem Euro kaufen und ab 50 Euro monatlich besparen.

Aktien-Optionen können onvista-Kunden sogar ab 1,50 Euro über EUREX zuzüglich der Eurex-Gebühr handeln. 12,50 Euro zahlen Anleger aber mindestens pro Auftrag. Mini-DAX-Futures finden sich teilweise auch für drei Euro pro Kontrakt im Angebot des Online-Brokers.

In den USA ist der Handel mit Wertpapieren über die Nasdaq, NYSE und Amex für 10 Euro plus 5 Euro Handelsplatzgebühr möglich.

Handel mit Optionsscheinen und Zertifikaten

Zertifikate und Optionsscheine handeln onvista-Kunden im Inland zu einem Festpreis von 5 Euro zuzüglich einer fixen Börsengebühr von 2 Euro. Im Ausland fallen Kosten in Höhe von 10 Euro an, aufgestockt um die pauschalierte Handelsplatzgebühr von 5 Euro. Mindestkosten bestehen für diese Assets nicht.

Forexhandel

Forexhandel ist bei der onvista bank nur über CFDs möglich. Für Währungspaare wie EUR/USD beginnen die Spreads bei 2 Basispunkten.

CFD-Handel

Bei der onvista bank handeln Trader CFDs für eine Summe aus Festpreis und volumenabhängiger Provision. Beim Geschäft mit inländischen Aktien-CFDs beträgt die Gebühr 4,99 Euro zuzüglich 0,09 Prozent des Orderwerts. Bei ausländischen Aktien-CFDs sind es statt der 0,09 zusätzlichen Prozent 0,19 Prozent. Gedeckelt sind die Kosten jedoch bei 39 Euro pro Trade.

Für sonstige CFDs sind die Gebühren günstiger. CFDs auf Volatilitätsindizes sind schon für 3,99 Euro und eine volumenabhängige Provision von 0,02 Prozent handelbar. Alle weiteren CFDs sind sogar gebührenfrei. Kunden müssen allerdings Spreads berücksichtigen.

Die Société Générale tritt im CFD-Handel als Market Maker der onvista bank auf und ist für die Kursstellung verantwortlich. Das bedeutet: Das französische Kreditinstitut steht anderen Marktteilnehmern kontinuierlich als Handelspartner zur Verfügung und ermöglichen ihnen damit, sofort ihre Kauf- oder Verkaufsentscheidungen zu einem marktgerechten Börsenkurs zu verwirklichen.

Bei DAX-Kontrakten beläuft sich der Broker-Spread auf 2 Punkte. Der Dow Jones ist ab 4 Punkten handelbar. Beim Geschäft mit dem Währungspaar EUR/USD ist ein Basispunkt (Pip) fällig. Es handelt sich dabei um Minimum-Spreads, die variieren können.

CFD-Positionen können Kunden der onvista bank nur online handeln. Dabei besteht keine Nachschusspflicht. Verluste der Anleger können ihr eingezahltes Kapital nicht übersteigen.

Finanzierungskosten

Nicht außer Acht lassen sollten Anleger die Kosten für Positionen, die sie bei der onvista bank über Nacht halten. Die Finanzierungskosten berechnen sich mit einem Zinssatz von 3,5 Prozent. Bei Long-Positionen auf Aktien, Indizes und Edelmetalle addiert der Broker den Währungszins zusätzlich. Bei den Short-Positionen zieht die onvista bank den Zins ab.

Gebühren für Zusatzleistungen

Komplett kostenfrei sind bei der onvista bank Zins- und Dividendenzahlungen, Orderänderungen und stornierungen, Limitänderungen sowie Ein und Auszahlungen.

Taggleiche Teilausführungen sind lediglich über Xetra, das Frankfurter Parkett und an ausländischen Börsen gebührenlos. Ansonsten gelten die Teilausführungen als unabhängige Order mit eigenen Gebühren.

Darüber hinaus bezahlen Kunden der onvista bank pauschalierte Börsenplatzentgelte: an inländischen Handelsplätzen 2 Euro pro Transaktion und an ausländischen 5 Euro.

Bei Assets in US-Dollar kostet der Währungsumtausch 0,005 Dollar pro Euro.

5. Leistungen und Funktionen

Über die Handelsplattform GTS bietet die onvista bank ihren Kunden zahlreiche Ordertypen an wie Market, Limit, Stop, und Stop-Limit. Ebenfalls im Angebot sind Trailing Stop Buy, Trailing Stop Loss, One-Cancels-the-Other (Kauf und Verkauf), If-Done, Next, Next-One-Cancels-the-Other.

Der Optionshandel über Eurex kann aber beispielsweise nur per Limit-Order erfolgen.

Grundsätzlich bietet die onvista bank vier verschiedene Handelsformen: Web-Trading, mobiles Trading, Handel über die Software GTS und Telefon-Handel. Letzteres ist allerdings für CFD-Geschäfte ausgeschlossen.

Die ersten 1.000 Realtime-Kurse sind bei Kontoeröffnung kostenlos. Auch ein Basis-Charttool ist enthalten und zusätzliche Realtime-Pushkurse können Nutzer kostenpflichtig buchen. Die zwei Funktionen gibt es allerdings nur über die Software GTS-Premium.

Außerdem können Interessenten ein Demo-Konto testen und die onvista bank bietet einen kostenlosen Übertragungsservice der Depots für Neukunden an.

Ein Pluspunkt: Durch die Partnerschaft mit dem Finanzportal onvista.de haben onvista-Kunden umfangreiche Research-Möglichkeiten zu Wertpapieren. Kauf und Verkauf der Assets kann sogar aus dem Portal erfolgen.

Auch Webinare finden mitunter beim Online-Broker statt, allerdings eher selten und unregelmäßig.

Der Kunden-Support der onvista bank ist fünf Tage die Woche per E-Mail und Telefon erreichbar – für Service und Wertpapierhandel. Bei Service-Anfragen können Kunden den Anbieter von 8.00 Uhr bis 17.30 Uhr kontaktieren, zum Handeln sogar bis 22.00 Uhr.

Die Abgeltungssteuer berücksichtigt die onvista bank automatisch. Auch einen Freistellungsauftrag über den Sparer-Pauschbetrag können Kunden online erstellen. Für inländische Kapitalanlagen verrechnet der Online-Broker einmal im Jahr die Verluste. Ändert ein Kunde seine Kirchensteuermerkmal während des laufenden Jahres, muss er das in seiner Steuererklärung allerdings selbst berücksichtigen.

6. Sicherheit

Die Konto- und Depotführung der onvista bank erfolgt über die Commerzbank, die mit der deutschen Vollbanklizenz vollständig inländisch lizenziert ist. Darüber hinaus ist der Online-Broker über die Commerzbank an die gesetzliche Einlagensicherung angebunden, sodass die Einlagen im Insolvenzfall bis 100.000 Euro pro Kunde abgesichert sind.

Als Marke der Commerzbank verfügt onvista auch über den Zugang zum privaten Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). Die Sicherungsgrenze des Fonds liegt bei 15 Prozent des maßgeblich haftenden Eigenkapitals, sodass Kundengelder erheblich stärker geschützt sind.

Die Aufsichtsbehörde BaFin reguliert die Bank.

Außerdem können alle onvista-Kunden die Sicherheitssoftware „Trusteer Rapport“ kostenlos nutzen und eigene Sicherheitsmaßnahmen treffen. Überweisungen sind ausschließlich auf das Referenzkonto möglich. Das Trading-Portal zeigt IP-Adresse und Datum des letzten Logins an. Registrieren Kunden ein neues Gerät für ihre Transaktionen, müssen sie das Smartphone oder den Computer erst per SMS-Code freigeben.

Risikobewusste Trader dürfte auch interessieren, wie die onvista bank Nachschusspflichten im CFD-Handel handhabt: Der Online-Broker schließt aus, dass Verluste die Einlagen seiner Kunden überschreiten.

7. Fazit

Der Online-Broker onvista bank bietet seinen Kunden mit einem Festpreis-Depot günstige Konditionen für den Wertpapier-Handel. Inländische Titel sind für 5 Euro pro Order plus 2 Euro Börsenplatzentgelt handelbar.

Zahlreiche Asset-Klassen finden sich im Angebot des Brokers: Von Aktien, ETFs und Anleihen über CFDs bis hin zu Fonds und Sparplänen ist alles dabei.

Auf klassische Banking-Produkte wie Giro- und Sparkonten müssen onvista-Kunden allerdings verzichten. Ebenso wenig gibt es ausgefallenere Werte wie Kryptowährungen.

Für einen Online-Broker ungewöhnlich ist der gut ausgebaute Telefonhandel – an Werktagen sogar bis 22.00 Uhr.

Worldtrader kommen aufgrund der Einschränkung des Handels auf die deutschen und drei US-amerikanische Börsenplätze nicht ganz auf ihre Kosten.

Der Funktionsumfang der Handelsplattformen ist verglichen mit einigen Wettbewerbern unter Umständen etwas gering. Über „GTS Premium“ können Onvista-Kunden aber auch auf Chart-Tools und zusätzliche Realtime-Pushkurse zugreifen, die über die 1.000 Gratis-Kurse hinausgehen.

Anleger mit hohem Volumen müssen außerdem beachten, dass der Broker ihre Einlagen ab 250.000 Euro mit 0,5 Prozent negativ verzinst.

Ein klares Plus: Die onvista bank ist eng mit dem Finanzportal onvista.de verbunden, sodass Kunden sich umfangreich informieren und sogar aus dem Portal heraus handeln können. Das Research-Angebot ist rundum überzeugend.

Der Weiterbildungs-Bereich des Brokers ist hingegen noch ausbaufähig. Webinare finden beispielsweise eher unregelmäßig statt.

Grundsätzlich eignet sich die onvista bank mit ihrem Festpreisdepot für Buy-&-Hold-Anleger mit hohem Ordervolumen. Für Einsteiger und Vieltrader gibt es möglicherweise bessere Alternativen am Markt.