justTrade

1. Allgemeine Informationen

justTrade ist seit 2019 am Markt aktiv und gehört zu den sogenannten Neo-Brokern der neuen Generation. Das Start-up ist der erste deutsche Online-Broker mit gänzlich kostenlosem Wertpapierhandel. Seine Produktpalette umfasst Aktien, Zertifikate, Optionsscheine, Hebelprodukte, ETCs, ETFs und Kryptowährungen. An zwei Handelsplätzen und außerbörslich sind über 500.000 Wertpapiere handelbar.

JustTrade ist ein Service der Sutor Bank, ausgelagert an das FinTech-Unternehmen JT Technologies mit Firmensitz in der Finanzmetropole Frankfurt am Main. Alle aufsichtsrechtlich relevanten Tätigkeiten des Brokers wie Konto- und Depot-Führung laufen deshalb über die Hamburger Privatbank und nicht über justTrade selbst. Die Kryptowerte verwahrt das Bankhaus von der Heydt.

2. Schnellcheck: Vor- und Nachteile von justTrade in der Übersicht

Vorteile

  • Kostenfreie Depotführung
  • Keine Ordergebühren
  • Keine Mindesteinlage
  • Über 500.000 handelbare Wertpapiere
  • Handel mit 5 Kryptowerten ab einem Ordervolumen von 50 Euro
  • Außerbörslicher Handel ist möglich
  • Day-Trading ist möglich
  • Kostenlose Realtime-Kurse
  • Schutz durch TAN-Verfahren
  • Automatische Berücksichtigung der Abgeltungssteuer
  • Monatliche Steueroptimierung durch Verlustverrechnung

Nachteile

  • Handel erst ab Mindestordervolumen von 500 Euro
  • Negativzins von -0,5 Prozent p.a. auf das Guthaben
  • Kein Handel an Auslandsbörsen
  • Nur zwei Börsenplätze zum Handeln
  • Kein klassischer Fondshandel (schlecht für Buy&Hold-Trader)
  • Keine Wertpapier-Sparpläne
  • Kein Handel mit Optionen und Futures
  • Keine Teilausführung der Orders möglich
  • Kein telefonischer Kundenservice
  • Kein Weiterbildungsangebot
  • Depotübertrag nicht möglich

3. Produkte

justTrade ist ein Wertpapier-Broker mit mehr als 500.000 Assets in seinem Portfolio, darunter etwa 7.300 Aktien aus 52 Ländern. Das Angebot umfasst über 1.000 ETFs und 100 ETCs auf Edelmetalle wie Gold von sieben verschiedenen Partnern. Zudem befinden sich Zertifikate, Optionsscheine und Hebelprodukte im Portfolio von justTrade. Kunden handeln die Finanzprodukte über die Börsen LS Exchange und Quotrix sowie über vier außerbörsliche Partner.

Darüber hinaus bietet der Online-Broker seinen Kunden den Handel mit den fünf Kryptowährungen Bitcoin, Ripple, Ethereum, Litecoin und Bitcoin Cash.

Käufe und Verkäufe an Auslandsbörsen sind mit justTrade jedoch nicht möglich.

Optionen, Futures, CFDs, Anleihen, Fonds und Sparpläne befinden sich ebenfalls nicht im Angebot des Brokers. Auch auf klassische Banking-Optionen wie Tages-, Festgeld- und Girokonten oder Finanzierungen verzichtet justTrade.

4. Kosten

justTrade gehört zu den sogenannten No-Cost-Brokern. Der Anbieter macht den Handel zum Nulltarif möglich: keine Ordergebühren für Trades mit Aktien, ETFs, Zertifikaten, Optionsscheinen, Hebelprodukten oder Kryptowerten.

Allerdings können Kunden erst ab einem Ordervolumen von mindestens 500 Euro handeln. Eine Ausnahme bilden Kryptos: Trades mit digitalen Währungen sind ab einem Ordervolumen von 50 Euro möglich. Eine Mindesteinlage gibt justTrade nicht vor.

Kosten können jedoch in Form von Negativzinsen anfallen. Der Online-Broker verzinst das Guthaben auf den Verrechnungskonten seiner Kunden mit -0,5 Prozent im Jahr. Das bedeutet: Auf ein durchschnittliches Kapital von 5.000 Euro muss ein Anleger jährlich 25 Euro Zinsen zahlen.

Handel mit Kryptowährungen

Auch beim Handel mit Kryptowährungen fallen keine Ordergebühren an. Kunden sollten allerdings Spreads beachten. Für den Kauf oder Verkauf aller fünf angebotenen Krypto-Coins beträgt der Minimum-Spread 0,3 Prozent.

Gebühren für Zusatzleistungen

Komplett kostenlos sind bei justTrade Zins- und Dividendenzahlungen, Orderänderungen oder

stornierungen, Limitänderungen, sowie Ein und Auszahlungen.

Auch eine Ausschüttung in Fremdwährung ist kostenfrei. Der Währungsumtausch ist aber verbunden mit einem Auf- beziehungsweise Abschlag von 0,4 Prozent auf den Devisenkurs.

5. Leistungen und Funktionen

Bei justTrade können Anleger zwischen verschiedenen Orderarten wählen. Bei Kryptowährungen bietet der No-Cost-Broker seinen Kunden derzeit nur Quote-Request-Orders. Der Limit-Handel ist jedoch in Zukunft geplant.

Beim Limit-Handel ist das Angebot mit 6 verschiedenen Ordertypen größer:

  • Market-Order (Verkauf)
  • Limit-Order
  • Stop-Order
  • Stop-Limit-Order
  • Trailing-Stop-Order (Verkauf)
  • One-Cancels-Other-Order (Verkauf)

Trades tätigen Kunden über den Web-Browser oder Apps für Android und iOS. Eine Watchlist der Assets ist in die Plattformen eingebunden. Am Desktop können Nutzer auch Charts und das Orderbuch abrufen. Die Kurse aller Handelspartner zeigt justTrade kostenlos in Echtzeit an.

Kunden handeln Wertpapiere und Krypto-Coins aus einem Depot heraus, Trades mit digitalen Währungen sind rund um die Uhr möglich.

Die Abgeltungssteuer führt justTrade automatisch ab und bietet darüber hinaus eine monatliche Steueroptimierung an. Dabei verrechnet der Neo-Broker unterjährig die Gewinne mit angefallenen Verlusten, um die Abgaben an den Fiskus zu reduzieren.

Auf einen telefonischen Support und Weiterbildungsangebote müssen justTrade-Kunden allerdings verzichten.

6. Sicherheit

justTrade ist ein Service der Sutor Bank, die für Konto- und Depotführung des Neo-Brokers verantwortlich ist. Reguliert wird das Hamburger Finanzinstitut von der deutschen Aufsichtsbehörde BaFin.

Zudem beteiligt sich justTrade über seine Muttergesellschaft an die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB). Im Insolvenzfall sichert EdB die Einlagen mit bis zu 100.000 Euro pro Kunde ab. Außerdem ist die Sutor Bank freiwilliges Mitglied beim Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), der Kunden-Guthaben mit bis zu 15 Prozent des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank schützt.

Beim Online-Trading bietet der Broker weitere Sicherheitsmaßnahmen: die 2-Faktor-Autentifizeirung beim Login über SMS-TAN, Überweisungen, die ausschließlich an das Referenzkonto erfolgen, und ein Überweisungslimit von 10.000 Euro pro Tag. Dieses Tageslimit können Trader jedoch nach Wunsch anpassen.

Neukunden eröffnen ihr justTrade-Depot mittels Video-Ident-Verfahren.

7. Fazit

Der Online-Broker justTrade ist auf Wertpapier- und Krypto-Handel spezialisiert und bietet seinen Kunden ordergebührenfreie Brokerage mit zahlreichen Assets wie Aktien, ETFs, Zertifikaten und Hebelprodukten.

Berücksichtigen müssen Anleger lediglich die Spreads beim Krypto-Handel. Für alle fünf angebotenen Kryptowerte liegt der Minimum-Spread jedoch bei nur 0,3 Prozent.

Mit dem Null-Gebühren-Modell von justTrade können nur wenige andere Low-Cost-Broker wie Gratisbroker oder TradeRepublic mithalten. Im Gegensatz zu diesen beiden Anbietern verlangt justTrade allerdings Negativzinsen in Höhe von -0,5 Prozent pro Jahr.

Der Neo-Broker bietet unter anderem auch kostenlose Realtime-Kurse. Doch wie bei allen Low-Cost-Brokern müssen Kunden in puncto Service Abstriche machen: justTrade verzichtet auf eine Support-Hotline und Weiterbildungsangebote; auch Fonds-Handel, Sparpläne, Optionen, Futures und klassische Banking-Angebote suchen Trader vergeblich.

Außerdem sind lediglich zwei Börsenplätze und der außerbörsliche Handel nutzbar. Auslandsorders sind gar nicht möglich, sodass der Broker für World-Trader keine Option darstellt.

Ein Pluspunkt für heimische Anleger: Die Abgeltungssteuer führt justTrade automatisch ab und optimiert die Steuerabgaben sogar monatlich. Unterjährige Verlustverrechnung bieten nur wenige andere Online-Broker an.

Gerade für erfahrende Trader, die zugunsten eines Nulltarifs auf Service-Angebote verzichten können, ist der Neo-Broker justTrade mit seinem breiten Angebot an ETFs, Aktien, Zertifikaten und Kryptos eine gute Option.