IG

1. Allgemeine Informationen

Der britische Broker IG ist seit 1974 am Markt. Teil der IG Group sind unter anderem die Tochtergesellschaften IG Europe und IG Markets. Insgesamt tritt der Finanzdienstleister an 17 Standorten weltweit auf und unterhält seinen Hauptsitz in London. Im Jahr 2019 hat der Online-Broker seine deutsche Niederlassung von Berlin nach Frankfurt verlagert und betreut mittlerweile rund 240.000 aktive Kunden in der ganzen Welt.

Heute gehört IG zu den führenden Anbietern im Bereich der derivativen Finanzinstrumente. Spezialisiert ist der Online-Broker auf den Forex- und CFD-Handel, bei dem über 17.000 Basiswerte im Angebot sind. Darunter befinden sich Indizes, Aktien, Anleihen, Rohstoffe, ETFs, Optionen, Futures und Devisen. Auch der Handel mit physischen Aktien ist bei IG möglich.

2. Schnellcheck: Vor- und Nachteile von IG in der Übersicht

Vorteile

  • Produktangebot: über 17.000 Märkte handelbar
  • Kostenfreie Depotführung
  • Keine Mindesteinlage
  • Unbegrenztes Demokonto
  • Sechs umfangreiche Trading-Plattformen
  • Serviceangebote: regelmäßige Webinare, Seminare, Schulungsmodule und Schulungsvideos
  • Handel mit physischen Aktien möglich
  • Bis zu 95 Prozent des Aktienwerts im Depot können Kunden als Margin für CFD-Trades nutzen
  • Krypto-Handel möglich
  • Handel mit direktem Marktzugang (DMA) möglich
  • Außerbörslicher Handel möglich
  • Wochenend-Handel möglich
  • Day-Trading möglich
  • Direkte Abführung der Abgeltungssteuer nach Schließung eines Trades

Nachteile

  • Kein klassischer Fondshandel (schlecht für Buy&Hold-Trader)
  • Kein Handel an der Terminbörse Eurex
  • Kein Sparplan-Angebot

3. Produkte

IG ermöglicht den Handel mit Aktien, CFDs, Optionen, Zertifikaten und Devisen. Im klassische Aktienhandel bietet der Online-Broker seinen Anlegern etwa 16.000 Unternehmenstitel. Beim CFD-Handel sind ebenfalls zahlreiche Basiswerte im Angebot, darunter Aktien, ETFs, Anleihen, Indizes, Rohstoffe, Optionen, Futures und Devisen.

Der Optionshandel erfolgt bei IG über Barriers und Vanilla Options. Vanilla Options sind traditionelle Optionen. Diese Finanzderivate geben dem Besitzer das Recht, eine bestimmte Menge eines Vermögenswerts zu einem festgelegten Zeitpunkt und einem festgelegten Basispreis zu kaufen oder zu verkaufen.

Bei Barriers handelt es sich um eine andere Art der Optionen. Wenn der Basiswert einer solchen Option einen festgelegten Preis erreicht, schließt sich die Knock-out-Option automatisch beziehungsweise die Knock-in-Option entsteht. Barriers von IG sind ausschließlich Knock-out-Optionen. Der vordefinierte Preis, bei dem die Option erlischt, heißt auch Knock-out-Level oder Barrier (z. dt. Barriere) und ist namensgebend für diese Art der Optionen.

Barriers bewegen sich mit dem Kurs des zugrundeliegenden Basiswerts und sind deshalb einfacher zu beobachten als Vanilla Options. Im Optionshandel bietet IG verschiedene Forex-Paare, Rohstoffe und Indizes als Basiswerte.

Bei den Zertifikaten von IG handelt es sich um sogenannte Turbo24. Diese Turbo-Zertifikate sind 24 Stunden täglich an fünf Tagen die Woche handelbar.

Der Forex-Handel findet via CFDs, Turbo24, Barriers, Vanilla Options oder Forex Direct statt. Den direkten Marktzugang (DMA) können allerdings nur professionelle Trader nutzen. Alle Kunden können zwischen 80 Devisenpaaren wählen. Zudem gibt es eine große Produktpalette mit über 60 ungewöhnlichen Kontrakten und Mini-FX-Kontrakten. Auch Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether, Ripple und Litecoin sind handelbar.

Anleihen, Fonds, ETFs, Futures und Sparpläne befinden sich hingegen nicht im Angebot von IG. Ebenso verzichtet der Online-Broker auf klassische Banking-Optionen wie Tages-, Festgeld- und Girokonten oder Finanzierungen.

4. Kosten

Beim Handel über den Broker IG können unterschiedliche Kostenarten entstehen, wie:

  • Spreads
  • Kommissionen
  • Finanzierungskosten
  • Gebühren für Zusatzleistungen
  • Börsengebühren

Depotführungskosten fallen bei IG prinzipiell nicht an. Eine Gebühr von 14 Euro zahlen Anleger erst, wenn sie zwei Jahre lang nicht mehr gehandelt haben, sich aber noch ein Saldo auf ihrem Konto befindet. Eine Mindesteinlage verlangt IG nicht.

Handel mit Aktien und Optionen

IG bietet den Handel mit Aktien sowie mit Barrier- und Vanilla-Optionen an.

Die Ordergebühren für Aktien betragen an deutschen Handelsplätzen 0,05 Prozent des Ordervolumens. Dabei müssen Kunden die Mindestgebühr von 5 Euro berücksichtigen. Trading über ausländischen Börsen ist etwas teurer: 0,02 Dollar je Aktie zahlen Anleger etwa an US-amerikanischen Handelsplätzen, mindestens aber 15 Dollar pro Trade.

Börsenplatzabhängige Entgelte sind in den Ordergebühren enthalten. Handelt ein Kunde also beispielsweise mit einem Volumen von 10.000 Euro über Xetra, zahlt er einen Preis von 5 Euro.

Beim Optionshandel mit Barriers oder Vanillas müssen Trader pro Kontrakt je 0,1 Einheiten der entsprechenden Währung leisten. Die Kommission für Barriers auf Aktien variiert mit dem Börsenkurs.

Handel mit Zertifikaten

Im Zertifikat-Handel bietet IG die sogenannten Turbo24 an. Dabei entstehen keine Ordergebühren. Der Preis ergibt sich als Produkt des Stückpreises und der Anzahl der gekauften Turbo-Zertifikate.

Forexhandel

Die Kosten beim Forexhandel mit IG hängen von der gewählten Handelsart ab. Zur Auswahl stehen CFDs, Turbo24, Barriers, Vanilla Options oder Forex Direct.

Spreads und Kommissionen bestimmen maßgeblich den Preis. Allerdingt fällt im Devisenhandel bei IG grundsätzlich keine Kommission an. Ausnahmen bilden der Handel über Optionen und Forex Direct: Für ein Options-Geschäft liegt die Gebühr bei 0,1 Einheiten der Kontraktwährung je Order; bei Forex Direct sind 6 US-Dollar pro Lot zu zahlen. Bestimmte Vieltrader-Rabatte ermöglichen jedoch den Handel ab einem Dollar pro Lot.

Darüber hinaus müssen IG-Kunden die Spreads berücksichtigen. Der minimale Spread für wichtige Forex-Paare wie EUR/USD liegt bei 0,6 Basispunkten (Pips). Für professionelle Trader mit direktem Marktzugang beginnen die Spreads bereits bei 0,165 Pips.

CFD-Handel

Bei IG handeln Trader verschiedene CFDs. Für das Geschäft mit einem Aktien-CFD beträgt die Gebühr 0,05 Prozent des Orderwerts. Beim Online-Handel von Aktien-CFDs fallen in Deutschland allerdings Mindestgebühren in Höhe von 5 Euro an, bei telefonischer Order sogar 15 Euro. Die Kosten der CFDs auf andere Basiswerte variieren. Dabei sind Spreads, Margins und Prämien für garantierte Stops zu beachten.

Finanzierungskosten

Nicht außer Acht lassen sollten IG-Kunden auch die Kosten für Positionen, die sie über Nacht halten. Dazu zählen bei dem Online-Broker Barriers, Turbo24 und Kassa-CFDs.

Bei den Turbo24-Zertifikaten verschiebt sich das Knock-out-Level, da Broker das Kunden-Konto nicht sofort belastet. Erst in den Erträgen schlagen sich die Kosten der Übernacht-Finanzierung nieder. Kosten wie Zinsanpassung und Bearbeitungsgebühr erscheinen bei Barriers und CFDs als Transaktionen auf dem Konto.

Der Zinssatz der Finanzierung bei Aktien, ETFs oder Indizes als Basiswert ergibt sich aus einer Bearbeitungsgebühr von 2,5 Prozent zu- oder abzüglich des LIBORs (London Interbank Offered Rate). Die Berechnung hängt davon ab, ob der Kunde eine Long- oder Short-Position hält.

Bei Mini-Kontrakten beträgt die Bearbeitungsgebühr 3 Prozent.

Gebühren für Zusatzleistungen

Komplett kostenlos sind bei IG Zins- und Dividendenzahlungen, Orderänderungen oder -stornierungen, Limitänderungen und taggleiche Teilausführungen.

Ein- und Auszahlungen per Banküberweisung sind ebenfalls umsonst. Zahlt der Kunde hingegen mit Kreditkarte, fallen bei dem Online-Broker 1,5 Prozent Bearbeitungsgebühr an.

Bei einer telefonischen Inlandsorder müssen IG-Kunden mindestens 15 Euro zahlen.

5. Leistungen und Funktionen

IG bietet eine große Auswahl aus verschiedenen Ordertypen an – je nachdem, welche der sechs Handels-Plattformen der Kunde nutzt. Im Angebot von IG selbst finden sich sowohl eine Desktop-Anwendung als auch eine Web-App und Trading-Apps für IOS und Android.

Bei den hauseigenen Anwendungen ermöglicht der Online-Broker die Orderarten Limits, Stops, garantierte Stops, Trailing-Stops und Market Orders.

Darüber hinaus können IG-Kunden über externe Download-Plattformen wie „MetaTrader 4“, „ProRealTime“ und „L2 Dealer“ nutzen. Diese bieten Orderzusätze wie „Market-if-touched“, „Take Profit“, „Iceberg“, „Fill-or-Kill“, „Execute & Eliminate“ und „Market on Close“ oder „Market on Open“. Außerdem können Kunden mit der Software zwischen verschiedenen Gültigkeiten auswählen, wie „Good till Cancel“ (GTC), „Good for Day“ (GFD) oder „Good till Date“ (GTD).

Eine Besonderheit von IG: Über den „L2 Dealer“ haben Kunden Direct Market Acccess beim Aktien- und Forex-Geschäft ohne zusätzlichen Eingriff eines Händlers.

Der Online-Broker stellt zahlreiche Tools bereit, mit denen Kunden recherchieren und ihr Depot überwachen können. Dazu zählen Nachrichten-Streams, Trading-Signale, Preis-Alarme und Charts. Bei bestimmten Börsen und Aktien fallen allerdings Kosten für den Daten-Feed an.

IG bietet seinen Tradern einen umfassenden Service-Bereich inklusive Nachrichten und Bildungsangeboten auch über das Einsteiger-Niveau hinaus. Darunter sind Video-Tutorials, Webinare und kostenloses Schulungsmaterial.

Der deutschsprachige Kunden-Support von IG ist fünf Tage die Woche von 8.15 Uhr bis 22.15 Uhr erreichbar – per E-Mail und Telefon. Der englischsprachige Service betreut Kunden an Handelstagen rund um die Uhr und am Wochenende bis 18 Uhr.

Interessenten können ein kostenfreies Demokonto mit einem virtuellen Handels-Guthaben von 10.000 Euro nutzen.

Da die Depotführung dem deutschen Recht unterliegt, führt IG die Abgeltungssteuer nach Schließung eines Trades automatisch ab.

6. Sicherheit

IG schützt die Kundenkonten in mehrfacher Hinsicht. So führt der Online-Broker die Konten seiner Anleger getrennt vom Betriebsvermögen. Mit kostenpflichtigen „Limited Risk Accounts“ schließt der britische Finanzdienstleister Verluste seiner Kunden aus, die ihre Einlage übersteigen. Zudem bietet der Broker gegen Gebühr garantierte Stops, sodass Positionen auch bei Marktschwankungen zu den gewünschten Kursen schließen.

Bei professionellen Anlegern verzichtet IG allerdings nicht auf die Nachschusspflicht. Für diesen Profi-Status müssen Kunden mindestens 2 der folgenden 3 Kriterien erfüllen:

  1. Ein Jahr Berufserfahrung in der Finanzbranche,
  2. Eine Bareinlage und Finanzinstrumente in Höhe von mindestens 500.000 Euro im Portfolio,
  3. Mindestens 40 Trades im letzten Jahr mit einem Wert von je 10.000 Euro bei Aktien und 50.000 Euro bei allen anderen Orders.

Im Fall einer Insolvenz ist das Kundenkapital bei IG Europe über die Entschädigungseinrichtung deutscher Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) bis 100.000 Euro pro Trader-Konto abgesichert. Für Kunden von IG Markets erfolgt die Einlagensicherung mit bis zu 85.000 britischen Pfund über den Ausgleichsfonds Financial Services Compensation Scheme (FSCS).

Reguliert wird IG von der britischen Finanzaufsichtsbehörde FCA sowie der deutschen BaFin.

7. Fazit

IG zählt zu den führenden Anbietern im Bereich CFD- und Forex-Brokerage. Über 17.000 Märkte sind insgesamt handelbar. Das Besondere an IG: Auch physische Aktien und außergewöhnliche Finanzprodukte sind im Angebot des Online-Brokers. Kunden handeln sowohl Barrier- und Vanilla-Optionen als auch Kryptowährungen wie Bitcoin, Ripple oder Ether.

Turbo24-Zertifikate können Trader sogar rund um die Uhr handeln, auch am Wochenende.

Auf den Handel mit Anleihen, Fonds, ETFs, Futures und Sparpläne sowie klassische Banking-Optionen müssen IG-Kunden allerdings verzichten.

Das Kosten-Modell ist mit seinen engen Spreads, niedrigen Kommissionen von 0,05 Prozent und kostenloser Depotführung wettbewerbsfähig.

Ein Demo-Konto ermöglicht Interessenten den Test dieser Konditionen, der handelbaren Produkte und der Trading-Umgebung mit einem virtuellen Guthaben von 10.000 Euro.

IG verfügt über eine große Auswahl an Handelsplattformen. Ein klarer Pluspunkt: Mit dem „L2 Dealer“ haben Kunden Direct Market Access im Aktien- und Forexhandel.

Nutzer der Plattformen haben Zugriff auf zahlreiche Recherche- und Trading-Tools wie Charts und Daten-Feeds, allerdings nicht immer kostenfrei.

Der Weiterbildungsbereich überzeugt mit einer eigenen „IG-Academy“ inklusive Online-Kursen, Webinaren und einer Videothek. Dort findet jeder Nutzer das passende Angebot – vom Neuling bis zum erfahrenen Trader.

Insgesamt eignet sich IG für Trader jeglichen Niveaus. Einsteiger profitieren von garantierten Stops, dem Ausschluss der Nachschusspflicht und der kostenlosen Depotführung. Profis erfahren direkten Marktzugang im Aktien- und Forexhandel.