Consorsbank

1. Allgemeine Informationen

Die Consorsbank ist eine Marke der französischen Großbank BNP Paribas und gehört zu den führenden Direktbanken Europas. Der Online-Broker wurde 1994 gegründet und führt den Namen Consorsbank seit 2014. Der Hauptsitz befindet sich in Paris. Weitere Niederlassungen gibt es in Deutschland und Spanien.

Das Unternehmen ist auf Anlageprodukte und den Wertpapierhandel spezialisiert, bietet aber auch Sparprodukte, Finanzierungen und verschiedene Kontoführungsmodelle an.

Der Handel erfolgt an über 20 ausländischen und 9 inländischen Börsen, beispielsweise über die Trading-Software „ActiveTrader“. Die über 1,4 Miollionen deutschen Kunden erhalten mit einem Wertpapierdepot der Consorsbank Zugang zu einem breiten Angebot an Assets. Darunter sind unter anderem Aktien, ETFs, Fonds, Zertifikate, Sparpläne und CFDs ohne Nachschusspflicht.

2. Schnellcheck: Vor- und Nachteile der Consorsbank in der Übersicht

Vorteile

  • Produktangebot: Große Auswahl an Assets und Handelsplätzen
  • Angebot verschiedener Sparpläne
  • Keine Mindesteinlage bei Depoteröffnung
  • Kostenlose Depotführung
  • Unterschiedliche Konten für verschiedene Zielgruppen
  • Serviceangebote: regelmäßige Webinare
  • Umfangreiches Informations- und Wissensangebot
  • Schutz durch TAN-Verfahren
  • Die deutsche Abgeltungssteuer wird berücksichtigt
  • CFD-Handel ohne Nachschusspflicht
  • Attraktive Angebote für Vieltrader
  • Eignet sich für erfahrene Trader und Einsteiger

Nachteile

  • Nicht alle Handelsplattformen sind kostenlos
  • Demokonto ist lediglich ein passives Musterdepot
  • Kunden-Support nur montags bis sonntags von 07.00 – 22.30 Uhr
  • CFD-Handel nur nach dem Market-Maker-Modell

3. Produkte

In der Regel bieten Broker den Handel mit Wertpapieren an oder sie haben sich auf Devisenpaare und CFDs spezialisiert. Der Markt unterscheidet daher auch zwischen Wertpapier-Brokern, Devisen-Brokern und CFD-Brokern. Die Consorsbank ist sowohl Wertpapier- als auch CFD-Broker. Im Angebot des Online-Brokers sind Anleihen, Aktien, CFDs, ETCs, ETFs, Fonds, Zertifikate, Optionen, Optionsscheine und Futures. Das Depot ermöglicht den Anlegern, an mehr als 20 ausländischen und an allen inländischen Börsen zu handeln.

Kunden der Consorsbank können mehr als 10.000 Investmentfonds von über 120 Gesellschaften und 250.000 Zertifikate zeichnen. Es stehen außerdem über 300 ETFs zur Auswahl.

Die BNP Paribas Arbitrage ist Market Maker für die Consorsbank. Das Kreditinstitut steht anderen Marktteilnehmern somit kontinuierlich als Handelspartner zur Verfügung und ermöglichen ihnen damit, sofort ihre Kauf- oder Verkaufsentscheidungen zu einem marktgerechten Börsenkurs zu verwirklichen.

Über die CFD-Plattform sind deshalb etwa 1.250 Basiswerte handelbar. Die Produktpalette reicht von Aktien, Indizes und Währungen über Edelmetalle und Rohstoffe bis hin zu Futures.

Zusätzlich ist der außerbörsliche Handel verfügbar, an den 21 Emittenten angebunden sind.

Forexhandel bietet die Consorsbank nur über CFDs an. Klassische Banking-Optionen gehören ebenfalls zum Geschäftsfeld des Brokers, darunter Tages-, Festgeld- und Girokonten oder Finanzierungen. Auch das Sparplanangebot ist gut ausgestattet mit zahlreichen Aktien, Zertifikaten, ETFs und Fonds.

4. Kosten

Beim Handel über den Broker Consorsbank können unterschiedliche Kostenarten entstehen, wie:

  • Ordergebühren
  • Kommissionen
  • Spreads
  • Finanzierungskosten
  • Gebühren für Zusatzleistungen

Es fallen keine Kosten für die Depotführung an und auch Orderänderungen oder -stornierungen sind kostenlos. Der Broker verlangt außerdem keine Mindesteinlage.

Handel mit Aktien, Optionen, Futures, Fonds und ETFs

Die Ordergebühren für Aktien und ETFs an deutschen Handelsplätzen setzen sich aus einem Festpreis von 4,95 Euro und einem 0,25-prozentigen Anteil vom Ordervolumen zusammen. Dabei ist eine Mindestgebühr von 9,95 Euro zu beachten. Die Kosten pro Trade sind in Höhe von 69 Euro gedeckelt.

Handelsplätze berechnen ein zusätzliches Entgelt. Für Orders über Xetra gilt beispielsweise eine Mindestgebühr von 1,50 Euro.

Für den Handel mit Zertifikaten, Optionsscheinen und Fonds gelten die gleichen Ordergebühren wie für Aktien und ETFs. Dabei haben Kunden die Auswahl aus über 10.000 Fonds, darunter 2.000 mit einem 100-prozentigen Agio-Rabatt. Findet der Kauf beziehungsweise Verkauf direkt über Fondsgesellschaften statt, können jedoch ein Ausgabeaufschlag und zusätzliche Fremdspesen anfallen.

Insgesamt ähnelt das inländische Gebührenmodell dem vieler Wettbewerber.

An ausländischen Börsen sind die Orderkosten etwas höher. Beim Handel an US-Märkten wird eine Grundgebühr von 19,95 Euro zuzüglich einer volumenabhängigen Provision von 0,25 Prozent berechnet. Dabei gilt zu beachten, dass die Gebühr mindestens 24,95 Euro, maximal aber 69 Euro beträgt. An anderen Weltbörsen beträgt die Grundgebühr sogar 49,95 Euro oder mehr. Wie an den US-Märkten kommen 0,25 Prozent des Ordervolumens hinzu.

Kaufen Anleger ihre Aktien, ETFs oder Zertifikate im Sparplan, beträgt die Gebühr 1,5 Prozent der Sparplanrate. Für einen Verkauf gelten dieselben Bedingungen wie ohne Sparplan: eine Grundgebühr von 4,95 Euro plus 0,25 Prozent des Ordervolumens sowie eine Mindestgebühr von 9,95 Euro.

Der Handel von Optionen und Futures erfolgt über Eurex – die führende Terminbörse für Finanzderivate. Die Grundgebühr für den Optionshandel beträgt 12,25 Euro. Hinzu kommen 0,5 Prozent auf die Optionsprämie als Provision, für die aber mindestens 7,50 Euro berechnet wird.

Futures könne Kunden für 6,00 Euro handeln. Dazu bietet die Consorsbank einen Mengenrabatt. Ab 2.000 Kontrakten beträgt der Rabatt 4,00 Euro pro Vertrag. Ein MINI DAX Future ist schon ab 1,00 Euro pro Kontrakt zuzüglich der EUREX-Gebühren handelbar.

Besonders interessant für Vieltrader: Ab 100 Trades pro Jahr besteht die Möglichkeit, vom Vieltrader-Programm zu profitieren, das unter anderem täglich 100 kostenlose Realtime-Kurse ermöglicht.

Handel mit Optionsscheinen und Zertifikaten

Kunden der Consorsbank handeln Zertifikate und Optionsscheine zu denselben Konditionen wie Aktien. Die Grundgebühr beträgt 4,95 Euro zuzüglich eines 0,25-prozentigen Anteils des Ordervolumens. Mindest- und Maximalgebühr pro Trade belaufen sich auf 9,95 Euro beziehungsweise 69 Euro.

Bei außerbörslichem Handel können zusätzliche Ausgabegebühren entstehen.

CFD-Handel

Für den CFD-Handel bietet die Consorsbank seinen Kunden eine Auswahl aus über 1.250 Basiswerten mit engen Spreads.

Für den Handel mit Aktien-CFDs fällt eine Provision von 0,1 Prozent des Handelsvolumens an. DAX-Future-CFDs sind für eine 0,01-prozentige Gebühr handelbar. Für CFDs auf sonstige Futures gilt eine Gebühr von 0,02 Prozent. Die Kosten pro Trade belaufen sich für diese Basiswerte auf mindestens 9,95 Euro und höchstens 69 Euro. Die restlichen CFDs auf Aktien-Indices, Währungen, Rohstoffe, Edelmetalle oder Zins-Futures können Kunden kommissionsfrei handeln.

Berücksichtigen müssen Trader neben Kommissionen auch Spreads. Die BNP Paribas Arbitrage tritt im CFD-Handel als Market Maker der Consorsbank auf und ist für die Kursstellung verantwortlich. Das bedeutet: Das französische Kreditinstitut steht anderen Marktteilnehmern kontinuierlich als Handelspartner zur Verfügung und ermöglichen ihnen damit, sofort ihre Kauf- oder Verkaufsentscheidungen zu einem marktgerechten Börsenkurs zu verwirklichen.

Eurex-Futures und DAX-30-Aktien handeln Consorsbank-Kunden mit einem 1:1-Spread zur Referenzbörse. Bei DAX-Kontrakten beläuft sich der Broker-Spread auf 2 Punkte, beim Dow Jones Industial Average auf 4 Punkte. Beim Handel mit Euro/USD ist eine Gebühr von einem Basispunkt (Pip) fällig.

Für telefonische CFD-Orders fällt eine Zusatzgebühr von 14,95 Euro an. Eine Mindesteinzahlung verlangt die Consorsbank zur Nutzung der CFD-Plattform jedoch nicht.

Finanzierungskosten

Nicht außer Acht lassen sollten Trader die Kosten, die die Consorsbank für über Nacht gehaltene Positionen berechnet. Der Zinssatz beträgt für alle CFDs, außer für jene auf Währungen, 3,5 Prozent. Für Aktien-, Aktien-Index- und Edelmetall-CFDs schlägt der Broker seinen Kunden den entsprechende Währungszins in der Long-Position auf und in der Short-Position vom Prozentsatz ab.

Gebühren für Zusatzleistungen

Komplett kostenlos sind bei der Consorsbank Zins- und Dividendenzahlungen, Orderänderungen bzw. -stornierungen und Limitänderungen sowie der Online-Zahlungsverkehr.

Für eine Order per Telefon fallen jedoch Gebühren in Höhe von 14,95 Euro an. Börsenspezifische Zuschläge sind beim Handel mit der Consorsbank ebenfalls nicht ausgeschlossen.

5. Leistungen und Funktionen

Im Börsenhandel der Consorsbank gibt es die Ordertypen Limit, Limit Buy, Limit Sell, Stop Buy, Stop Limit, Stop Loss, Trailing Stops sowie Market. Außerdem sind die Orderzusätze FOK, OCO und IOC anwendbar. Auch Neuemissionen sind im Angebot des Brokers.

Die reguläre Handelsplattform ActiveTrader ist kostenlos und bietet den Nutzern 100 Realtime-Kurse. Echtzeit-Pushkurse, die Orderbucheinsicht und Charts sind hingegen gebührenpflichtig. Gegen Entgelt können Consorsbank-Kunden auch die Plattformen FutureTrader, ActiveTraderPro und PremiumTrader nutzen, die zusätzliche Funktionen bereitstellen.

Die Consorsbank bietet ihren Kunden zudem einige nützliche Tools. Beispielsweise gibt es einen Anlageplaner, der nach Eingabe der gewünschten Parameter Empfehlungen ausspricht. Der „AktienInspektor“ bündelt verschiedene Kennzahlen eines Wertpapiers und stellt sie in Beziehung zu anderen Messwerten. Eine persönliche Anlageberatung findet bei dem Broker jedoch nicht statt.

Trader können außerdem zunächst ein Demo-Konto testen. Viele Funktionen wie das Erteilen von Handelsaufträgen sind dort jedoch nicht aktiviert. Anfänger bekommen aber die Möglichkeit, erste Einblicke in den Handel aus dem Depot heraus zu gewinnen.

Verschiedene Apps für iOS, Android und Blackberry 10 machen mobiles Trading und Banking möglich.

Der Kunden-Support ist täglich von 07.00 bis 22.30 Uhr über Telefon, Live-Chat oder E-Mail erreichbar.

Der Broker bietet ein überzeugendes Angebot zur Weiterbildung und Recherche. Dazu gehören Webinare, Seminare, Filter- und Vergleichsmöglichkeiten für Aktien und ein Blog. Die Website liefert den Lesern aktuelle Nachrichten und anstehende Finanztermine.

Außerdem gibt es ein besonderes Angebot für Vieltrader. Ab 100 Trades im Jahr können Kunden zum StarTrader werden. Dadurch sinkt der Provisionssatz um bis zu 40 Prozent, Trading Tools sind zu reduzierten Preisen nutzbar und der Kundenservice wird erweitert.

6. Sicherheit

Die Consorsbank ist eine Marke der französischen BNP Paribas. Somit unterliegt die Direktbank sowohl der deutschen als auch der französischen Regulierung und verfügt über eine Vollbank-Lizenz der BaFin.

Die Consorsbank ist angebunden an die Einlagensicherung des Fonds de Garantie des Dépots et de Résolution (FGDR), die pro Kunde 100.000 Euro abdeckt. Wertpapiere schützt die FGDR mit bis zu 70.000 Euro je Kunde. Darüber hinaus unterliegen die Konten auf freiwilliger Basis dem deutschen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), der das Guthaben pro Kunde mit bis zu 15 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank absichert.

Im Rahmen des Online-Bankings stellt die Consorsbank zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zur Verfügung. Kunden können ein Tageslimit für Überweisungen einstellen. Es gibt einen SMS-Benachrichtigungs-Service für hohe Zahlungen und verschiedene PIN- und TAN-Verfahren.

Risikobewusste Trader dürfte auch interessieren, wie die Consorsbank Nachschusspflichten im CFD-Handel handhabt. Aufgrund der Hebelwirkung der CFDs ergibt sich ein erhöhtes Verlustrisiko für das eingesetzte Kapital. Die Consorsbank bietet jedoch ein Risiko-Limit für CFD-Konten an und begrenzt die Verluste damit auf das bestehende Kontoguthaben ohne weitere Nachschusspflichten.

7. Fazit

Die Consorsbank gehört zu Europas führenden Online-Brokern und verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Branche. Die Direktbank bietet ihren Kunden ein breites Angebot an handelbaren Assetklassen und Börsenplätzen. Auch der außerbörsliche Handel ist über verschiedene Partner möglich.

Anleger handeln über professionelle Plattformen wie ActiveTrader oder eine kostenlose App für Android- oder iOS-Geräte. Fragen beantwortet der Kundensupport von 07.00 bis 22.30 Uhr per E-Mail, Telefon oder Live-Chat.

Die Ordergebühren des Brokers an inländischen Börsen sind vergleichbar mit denen der Konkurrenz. An ausländischen Gebühren fallen sie jedoch etwas höher aus. Vor allem für den europäischen Raum bieten deutsche Konkurrenten teils günstigere Konditionen an.

Im Gegensatz zu vielen anderen Online-Brokern bietet die Consorsbank außerdem auch Sparpläne und klassische Banking-Optionen wie Giro-Konten und Finanzierungen an.

Positiv ins Gewicht fallen die Konditionen der Depotführung: Ein Depot der Consorsbank ist in jedem Fall kostenlos und auch die Mindesteinlage entfällt.

Einen Kritikpunkt liefert der CFD-Handel mit der BNP Paribas Arbitrage als Market Maker. Die angebotene CFD-Brokerage ist für Einsteiger ausreichend, kann aber mit den Konditionen der besten Direct-Market-Access-Brokern nicht mithalten.

Durch den Ausschluss der Nachschusspflicht und den Verzicht auf Broker-Spreads bei einigen wichtigen Basiswerten kann die Consorsbank punkten.

Grundsätzlich ist die Consorsbank sowohl für Einsteiger als auch erfahrene Trader ein interessanter Anbieter. Kunden können sich durch regelmäßige Webinare, den Wissens-Bereich der Website oder ein Wertpapier-Vergleichstool umfangreich informieren. Das angebotene Demo-Konto kann allerdings aufgrund eingeschränkter Handelsumgebung nicht ganz überzeugen.

Ein besonderes Plus für Vieltrader ist das Vieltrader-Programm, das alle Kunden mit über 100 Trades im Jahr nutzen können. Die Consorsbank bietet insbesondere für Trader, die häufig an deutschen Börsen handeln und eine gute Absicherung schätzen, ein starkes Paket.